Bockel Siebter mit weniger als 10 Minuten Rückstand auf Alexander / Auch Krombach zeigt gute Leistung

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(SH) – Mit einem schmerzverzerrten, aber zufriedenen Gesichtsausdruck und der „Roude Léiw“-Fahne in der Hand lief Dirk Bockel am gestrigen Sonntag gegen 3.15 Uhr (Luxemburger Zeit) nach knapp 8.30 Stunden über die Ziellinie seines ersten Hawaii-Ironmans, die zuvor erst sechs Athleten überquert hatten. Sein Ziel, einen Platz unter den ersten zehn, hat der Luxemburger mit Rang sieben damit übertroffen.

„Das war eine Wahnsinnstortur, aber es hat sich gelohnt“, so Bockels erste Worte nach seinem Zieleinlauf. In der Tat hat der Luxemburger seinen Worten am Wochenende Taten folgen lassen und die Ironman-Weltmeisterschaft (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen) auf Rang sieben beendet, dies mit weniger als 10′ Rückstand auf Craig Alexander (AUS). Damit hat er nicht nur sein doch hoch gestecktes Ziel (Top-10-Platzierung) erreicht, sondern nach seinem zweiten Platz bei der Langdistanz-Europameisterschaft ein weiteres Kapitel Luxemburger Triathlon-Geschichte geschrieben (bisher war Dan Dethier 1998 als 27. bester Luxemburger auf Hawaii).

Dabei lieferte Bockel ein nahezu perfektes Rennen ab. Er stieg als Fünfter aus dem Wasser, lauerte anschließend auf dem Rad in einer ersten großen Gruppe, um Kräfte für den abschließenden Marathonlauf zu sparen. „Während des Schwimmens habe ich eine erste Verfolgergruppe angeführt. Der Wechsel verlief glatt und ich hielt mich während des Radfahrens in der Gruppe auf. Wir lagen zwar einige Minuten hinter den Führenden zurück, doch auch wenn das Windschattenfahren verboten war, so konnte ich mich auf diese Weise etwas schonen. Das Laufen bin ich eher verhalten angegangen, ab halber Strecke konnte ich dann aber zulegen“, so Bockel, der sich am Ende noch von Rang elf auf Platz sieben verbessern konnte.

Alexander zeigt Laufstärke

„Meine Beine sind kaputt“, gab Bockel rund anderthalb Stunden nach seiner Zielankunft Auskunft und deutete damit auf die Härte des Rennens hin. „Das war unglaublich brutal und wohl das härteste Rennen meines Lebens. Auf der ganzen Strecke gab es keinen Schatten und es war richtig heiß. Es war wichtig, sich immer wieder zu kühlen. Doch ich denke, ich habe mich gut etabliert bei meiner ersten Teilnahme hier auf Hawaii.“ In der Tat erreichten mit Andreas Raelert (D/3.) und Rasmus Henning (DK/5.) nur zwei „Rookies“ das Ziel vor Bockel.

Lange Zeit schien Chris Lieto dem Sieg entgegenzufahren. Der US-Amerikaner setzte sich während des Radfahrens ab und ging mit 5’35” Vorsprung auf Maik Twelsiek (D) auf die Laufstrecke. Der eigentliche Favorit, Vorjahressieger Alexander, erreichte die Wechselzone als Zehnter mit über 12′ Rückstand. Der Australier ließ sich hiervon jedoch nicht beeindrucken, spulte die Laufkilometer fast mechanisch ab und zog nach und nach an seinen Konkurrenten vorbei. Am Ende durfte er als vierter Mann überhaupt einen zweiten Sieg in Folge feiern.

Mit Christian Krombach (Kategorie M35) war auch ein zweiter Luxemburger am Start. Nachdem er 1997 und 1998 eher enttäuscht aus Hawaii zurückkehren musste, wusste er am Wochenende zu überzeugen. Am Ende sprang Rang 206 (35. in seiner Altersklasse) heraus in einer Zeit von 9.49’35”.

Bei den Frauen drückte Chrissie Wellington dem Rennen von Beginn an ihren Stempel auf. Am Ende gewann die Britin in der neuen Rekordzeit von 8.54’02”. Ihre ärgste Rivalin, Mirinda Carfrae (AUS), erreichte das Ziel mit fast 20′ Rückstand.