Im Alter von 83 Jahren ist der Ehrenbürgermeister der Abteistadt Echternach und DP-Politiker Gab. Delleré am Mittwoch, den 22. Dezember, in der „Clinique Sainte-Thérèse“ in Luxemburg-Stadt verstorben.
Gab. Delleré wurde als Sohn des Gymnasiallehrers Michel Delleré in Echternach geboren, wo er die Primärschule und das Lyzeum besuchte. Weil er sich im Jahr 1942 am Schülerstreik beteiligte, wurde er zusammen mit anderen Schülern aus Luxemburg zur „Umerziehung“ in der Jugendburg Stahleck bei Bacharach am Rhein interniert. Die unter der Nazi-Herrschaft erlebten Ungerechtigkeiten erweckten bei Gab. Delleré den Wunsch, sich politisch zu engagieren. Gleich nach seiner Entlassung aus Stahleck trat Gab. Delleré der Resistenz bei und wurde Mitglied der „Lëtzebuerger Volleks-Legioun“ (LVL).
Nachdem er dank seines Vaters trotz des Krieges zuhause auch in Französisch eine gute Sekundarschulausbildung erhalten hatte, studierte er Rechtswissenschaften und Philologie, dies zunächst am hauptstädtischen „Cours supérieur“, dann in Paris. Gab. Delleré wurde anschließend Beamter bei der „Enregistrement“-Verwaltung.
Zusammen mit Camille Linden gründete er die „Jeunesse démocratique“, deren Nationalpräsident er zeitweilig war. In seiner Amtszeit setzte er sich gegen den obligatorischen Militärdienst und gegen das „Maulkorbgesetz“ ein, um die Pressefreiheit zu schützen. Anfang der 1950er-Jahre trat Gab. Delleré der Demokratischen Partei bei. Während 15 Jahren war er Vorsitzender des DP-Ost-Bezirks und über 30 Jahre lang Mitglied des Echternacher Gemeinderates – zunächst als Gemeinderatsmitglied, dann unter Bürgermeister Robert Schaffner als Schöffe, bevor er nach Schaffners Tod im Jahr 1979 das Bürgermeisteramt übernahm. Während seiner Amtszeit empfing er hochrangige Persönlichkeiten, darunter 1985 Papst Jean-Paul II., königliche Häupter sowie Staats- und Regierungschefs.
Als kulturell interessierter Mensch unterstützte er die Gründung des Echternacher Festivals. Der Erhalt historischer Bausubstanz lag ihm sehr am Herzen. Auch setzte er sich im Rahmen langwieriger Auseinandersetzungen dafür ein, dass der Marktplatz autofrei wurde.
Gab. Delleré war ein sehr zugänglicher Mensch, der für alle „de Gab“ war. Er war bekannt für sein unermüdliches Engagement im Dienste seiner Mitmenschen und besaß nicht nur eine gute Feder, sondern auch sehr gute rhetorische Fähigkeiten. Er schrieb gelegentlich für das „Journal“ und war als Lokalchronist tätig.
Umso schlimmer traf Gab. Delleré 1997 ein Schlaganfall, der dazu führte, dass er in den letzten 13 Jahren seines Lebens unter Lähmungen zu leiden hatte, nicht mehr reden und schreiben konnte und wegen der Krankheit zurückgezogen leben musste.
Das Seelenamt für Gab. Delleré findet am kommenden Montag, dem 27. Dezember, um 16 Uhr in der Basilika in Echternach statt. Der Ehefrau des Verstorbenen entbietet das „Luxemburger Wort“ sein tief empfundenes Beileid.(asc / raz)

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