Parken als Hauptaufgabe von Autos.

Parken als Hauptaufgabe von Autos.

Vor einigen Jahren gab es in der FAZ-Beilage “Technik und Motor”, deren Autotests manches Mal durch Wortwahl und Beschreibungen glänzen, so dass sich damit die ganze Besatzung eines Stehausschanks unterhalten läßt, einen Bericht über technische Weiterentwicklungen bei den Einparkhilfen – der sich leider nicht mehr auffinden lässt. Haften blieb aber das beinahe kulturpessimistische Fazit, das der Idee folgte, die Welt der Autofahrer würde damit langweiliger.

Tatsächlich gibt es aber auch 2011 noch aufregende Abenteuer beim Einparken zu erleben, wenn es etwa gilt, an einem Frühlingssamstagvormittag den letzten freien Parkplatz vor einem Gartencenter zu belegen und der Gegner ein schwerfälliger Audi Q 7 ist, der eigentlich später kam, dessen Besatzung, b-prominente Gattin samt Weimaraner, aber aussteigt, um eben diesen Platz zu “reservieren”..Geschicklichkeit wird auch dort verlangt, wo sich die einzige und ziemlich knappe Lücke zwischen Edelkarrossen vor einem gut gefüllten Straßencafé auftut.

Dass piepsende Warnsignale an Bord neuerer Autos nicht immer vermögen, was der FAZ-Autor damals mit einiger Schwermut argwöhnte, war neulich deutlich am lauten scheppernden Aufschrei eines widerspenstigen eisernen Einfahrtstores zu hören, das vom Heck eines A-Klasse-Fahrzeugs zurück in seine Halterung gestoßen wurde, leider auf Höhe der Rückleuchten. Nur die Frau, die gleich darauf ausstieg, war noch lauter. Sie war es auch schon zuvor im Wageninneren, wie der Gatte draußen betonte.

Alte Kulturtechnik und Vorurteile

Allen technischen Innovationen zum Trotz: Thema Nummer 1 beim Einparken – weitergehende Interpretionen von Filmwissenschaftlern, die es als Metapher für den Liebesakt begreifen, einmal unberücksichtigt – bleibt der Geschlechterkampf, wie das obige Beispiel andeutet und eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Ford dokumentiert. Die Studie war, so berichtet das Handelsblatt, im Zusammenhang mit der Markteinführung Fords von “automatischen Parkassistenten” in Auftrag gegeben worden.

Das Ergebnis könnte auch aus dem letzten Jahrhundert stammen: In Deutschland meinen 60 Prozent der befragten 870 Autofahrer und 40 Prozent der Autofahrerinnen, “dass Männer ein Auto grundsätzlich besser einparken können als Frauen”. Der gegenteiligen Ansicht waren insgesamt nur 14 Prozent – und nur jede vierte Frau.

Ebenfalls ein Viertel, diesmal Männer wie Frauen, gestanden darüberhinaus, dass sie immer mehrere Einparkversuche brauchen, was laut >Handelsblatt Freude bei Fordmanagern auslösen könnte, weil Einparkhilfen möglicherweise ein Verkaufsargument sind.

Fußgängerparadiese

Manches deutet daraufhin, dass Parken künftig zur Hauptaufgabe von Autos wird, bei immer weniger Parkplatzangebot in der Stadt. Ob Einparkhilfen dadurch nötiger werden, steht allerdings noch nicht fest. Denn außerhalb der engen Straßen in den Innenstädten finden auch Zivilsationsaussteiger in alten Wohnmobilen lässig Platz ohne großes Manövrieren (und ohne sich vor einem Fachpublikum wie auf dem Campingplatz auszeichnen zu müssen): Europa hat eine Umkehr in der Parkplatzpolitik vollzogen, einen “U-Turn”, so das Ergebnis einer Untersuchung des amerikanischen Institute for Transportation and Development im Januar dieses Jahres.

Parking is everywhere in the United States, but it’s disappearing from the urban space in Europe

Die zugrundeliegende Strategie, Autos von Innenstädten fernzuhalten und das Parken außerhalb als bessere Option zu favorisieren, wird auch von einem aktuellen Bericht in der New York Times mit ungläubigen Staunen aufgenommen. Sieht es nach der Auffassung der Zeitung doch ganz so aus, als ob die Europäer – modellhaft werden die Städte Kopenhagen, Wien, Zürich und München genannt – “Fußgängerparadiese” errichten wollen, statt, wie in den USA, die Mobilität der Autofahrer in den Städten zu verbessern.

Demgegenüber würden in den genannten europäischen Städten Autofahrer von außerhalb durch Rotphasen auf den Zugangsstraßen in die Innenstädte, durch “Umweltzonen” und gesalzen teueres Parken bei immer weniger Parkangebot so frustriert, dass immer mehr Autofahrern die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel (Park&Ride) lukrativer erscheint.

Sihl City, a new Zurich mall, is three times the size of Brooklyn’s Atlantic Mall but has only half the number of parking spaces, and as a result, 70 percent of visitors get there by public transport, Mr. Kodransky (der Autor der o.g. “U-Turn-Studie”, Anm. d. Verf.) said.

In Copenhagen, Mr. Jensen, at the European Environment Agency, said that his office building had more than 150 spaces for bicycles and only one for a car, to accommodate a disabled person.

Als Resümé zitiert der Artikel einen Vertreter der Zürcher Stadtverwaltung, der sich in anderen Städten nur schwer daran gewöhnen kann, dass er so oft und so lange darauf warten muss, bis er die Straße überqueren kann. Er könne den Gedanken nicht ausstehen, dass er als Fußgänger weniger wert sei als ein Auto: “I can’t get used to the idea that I am worth less than a car.”

Source : http://www.heise.de/tp/artikel/35/35030/1.html

Von : Thomas Pany in Telepolis > Kultur

Quallen und Hochwasser legen AKW lahm

Quallen und Hochwasser legen AKW lahm

Kleine Ursache große Wirkung. Quallen haben nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Filter des Kühlwasserzuflusses in einem britischen AKW verstopft. Zwei Reaktoren in der Nähe vom schottischen Edinburgh mussten abgeschaltet werden. Auf der britischen Insel hat es derlei Vorfälle bisher selten gegeben, in Japan sollen sie hingegen nach dem Agenturbericht öfter vorkommen.

Quallen können in sehr großer Zahl auftreten. Durch die Überfischung vieler Arten und Meere haben sie bzw. ihre Larven weniger Fressfeinde. Außerdem werden sie von der Erwärmung der Meere begünstigt. Mit dem zunehmenden Klimawandel müssen sich AKWs, die mit Meerwasser kühlen, vermehrt auf derlei Probleme einstellen.

Unterdessen haben, wie berichtet, im US-Bundesstaat Nebraska am AKW Fort Calhoun bereits vergangenen Sonntag die Flutbarrieren versagt. Luftaufnahmen zeigen, dass das Wasser des über die Ufer getretenen Missouri bis an die Reaktorgebäude vorgedrungen ist. Das AKW wurde bereits vor Wochen abgeschaltet, als das Hochwasser begann (siehe auch Missouri Hochwasser bedroht Atomkraftwerke und AKW weiter von Hochwasser bedroht), muss aber zur Kühlung weiter mit Strom versorgt werden. Andernfalls würde ähnlich wie in Fukushima die sogenannte Nachwärme den Reaktorkern stark erhitzen, was im schlimmsten Fall zu dessen Schmelze führen könnte. Die Nachwärme entsteht durch den Zerfall von radioaktiven Isotopen, die wiederum ein Produkt des Uranzerfalls sind.

Ein jüngst vorgelegter Sicherheitsbericht der US-Aufsichtsbehörde NRC, der nach der Katastrophe in Fukushima am 11. März in Auftrag gegeben wurde, hat nach Meldungen in US-Medien Defizite in der Ausrüstung für Notfälle festgestellt. In 60 AKWs habe es Missstände gegeben. Dazu gehörten schlechte Ausbildung des Personals, fehlende oder kaputte Austrüstung sowie undurchdachte Bauten, wie ein Zaun, der im Ernstfall das Abpumpen bei Hochwasser ver- oder stark behindern würde. In einem Fall waren mehrere tragbare Pumpen funktionsuntüchtig, die im Falle einer drohenden Überflutung Wasser von den sensiblen Anlagen fernhalten sollen.

In der Zusammenfassung des NRC heißt es: „While individually, none of these observations posed a significant safety issue, they indicate a potential industry trend of failure to maintain equipment and strategies required to mitigate some design and beyond design-basis events.“

Source : http://www.heise.de/tp/blogs/2/150073

von : Wolfgang Pomrehn in Telepolis > Energie und Klima-News

Luxemburger Parteien müssen transparenter werden!

Luxemburger Parteien müssen transparenter werden!

Die Grünen fordern erhöhte Transparenz der Abgeordneten und Regierungsmitglieder bei Nebeneinkünften und finanziellen Interessen. Die Piratenpartei unterstützt diese Forderung, weist aber darauf hin, dass Transparenz nicht nur bei Politikern, sondern auf allen Entscheidungsebenen erforderlich ist. Nachvollziehbare und bürgernahe Politik gibt es nur mit transparenten Parteien!
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Onshore, Offshore oder gleich unter Wasser?

Onshore, Offshore oder gleich unter Wasser?

In der aktuellen Diskussion um die letzten Modalitären für das neue EEG plädiert der Bundesverband WindEnergie (BWE) für eine Rückbesinnung auf die Windkraft an Land und kritisiert eine Bevorzugung der großen Energiekonzerne und eine Fokussierung auf die Offshore-Windparks der Energiekonzerne. Die Bundesregierung denke immer noch in der alten Kraftwerkslandschaft, kritisiert der BWE-Präsident Hermann Albers.

Der BWE bezieht sich auf eine Untersuchung des IWES-Fraunhofer-Instituts, wonach – wenn man alle Naturschutzgebiete, Wälder und siedlungsnahen Bereiche ausklammert – 8 Prozent der Fläche Deutschlands als Standort für Windkraft geeignet seien. Bereits auf 2 Prozent der Landesfläche könnten 390 TWh Windstrom erzeugt werden – zum Vergleich: der Bruttostromverbrauch in Deutschland liegt jährlich bei rund 600 TWh. Die Offshore-Windkraft habe dagegen nur ein Potenzial von 100 TWh.

Bild: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

Aber auch die Offshore-Energiegewinnung entwickelt sich weiter und zwar auch bei der Nutzung der Meeresenergie. Zwei neue Kraftwerkstypen sind bereits im Einsatz und werden derzeit ausgebaut: Meeresströmungs- und Wellenkraftkraftwerke. Siemens ist letztes Jahr beim 1,2 MW Meeresströmungskraftwerk SeaGen in der irischen See eingestiegen und beteiligt sich jetzt am Bau einer 8 MW Anlage vor der schottischen Küste. Nachteil der Protypen sind noch ihre hohen Kosten, sie liegen laut Siemens noch doppelt so hoch wie Offshore-Windkraftanlagen. Allerdings werde dieser Nachteil durch die sehr viel höhere Energiedichte der Meereströmungen ausgeglichen.

Das Potenzial liegt laut Internationaler Energie Agentur bei weltweit 800 TWh Strom aus Meereströmungen. Allerdings sind Meeresströmungskraftwerke aus Wartungsgründen derzeit noch auf geringe Wassertiefen beschränkt. Die Rotoren sind typischerweise an Säulen montiert, die im Boden verankert sind. An diesen Säulen können die Rotoren für die Revision über die Wasseroberfläche gefahren werden.

Wellenkraftwerke in Form von “Pelamis” sind dagegen perspektivisch auch für Anlagen auf offener See geeignet, denn sie können über Seile auch in großen Meerestiefen festgemacht werden. Pelamis bestehen aus Röhrensegmenten, die gelenkig miteinander verbunden sind. Die Wellenbewegung treibt dabei Hydraulikpumpen für die Stromerzeugen an. Seit letztem Oktober testet E.ON einen 1 MW Pelamis-Prototyp in der schottischen See. Er ist 180 m lang und hat 4 m Durchmesser. Zur Wartung können solche Pelamis einfach in den Hafen geschleppt werden. Bis 2015 soll der bestehende Pelamis Offshore Park auf zwölf Anlagen erweitert werden. Projektleiter Amaan Lafayette geht davon aus, dass auch die Pelami-Technik in den kommenden Jahren günstiger wird und um das Jahr 2020 die Serienfertigung starten kann.

Source : http://www.heise.de/tp/Onshore-Offshore-oder-gleich-unter-Wasser–/blogs/2/150042

Von : Matthias Brake in Telepolis > Energie und Klima-News

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