Die Piratenpartei Luxemburg kritisiert die Pläne des Bildungsministeriums jahrelang persönliche, nicht anonymisierte Daten von Schülern und Studenten und ihrem Umfeld in einer “Schülerdatenbank” zu speichern. Ein Missbrauch dieser Daten ist vorprogrammiert und die Datensammlerei schießt mit der bis 15 Jahre nach Schulabschluss andauernder Speicherung schulischer und sozialer Kompetenzen der Kinder und Jugendlicher wie auch ihres Umfeldes weit über das Ziel hinaus. Die Piratenpartei fordert Ministerin Delvaux-Stehres dringend auf diesen Angriff auf die informationelle Selbstbestimmung junger Menschen und ihrer Familien zu stoppen. Der Datenausstausch mit den verschiedensten nationalen und internationalen Administrationen und Behörden
ist ein weiterer Dorn in den Augen der Piraten. Der Gesetzesvorschlag muss deshalb unbedingt vom Bildungsministerium überarbeitet werden!

Die geplante Schülerdatenbank soll verschiedenste persönliche Daten von Schülern und deren Eltern speichern. So z.B. alle schulischen Noten beziehungsweise Kompetenzeinstufungen der Schüler sowie Bildungsstand und sozio-professionelle Kategorie der Eltern. Diese Daten sollen bis 15 Jahre nach Schulabschluss zentral gespeichert werden, um vor allem sicher zu stellen, dass sozio-kulturelle Unterschiede kein Hindernis in der schulischen Karriere sind und um Statistiken zu erstellen. Statistiken, die allerdings zu einer Verbesserung des Schulsystems führen können können auch anonym erhoben werden.

“Das Bildungsministerium will ohne ersichtlichen Grund den gläsernen Schüler samt Familie herbeiführen, ohne, dass die Betroffenen eine Wahl haben sich der Datensammlerei zu wehren.” sagt Sven Clement, Präsident der Piratenpartei Luxemburg. “Das widerspricht nicht nur dem Prinzip der informationellen Selbstbestimmung, sondern birgt auch ein riesiges Missbrauchspotential!”.

Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass insgesamt 15 verschiedene Administrationen Zugriff auf die Daten der Schüler haben, darunter u.a. das Arbeitsamt und die Berufskammern. “Mit jeder weiteren Einrichtung einer Datenbank mit persönlichen Informationen steigt das Risiko des Missbrauchs”, warnt Sven Clement. “Im Fall der Schülerdatenbank wird dieses Risiko nochmals durch die große Anzahl von zugriffsbrechtigten Behörden enorm erhöht! Dabei ist der beste Datenschutz Datensparsamkeit!”, erklärt Sven Clement weiter. “Die Regierung sollte den ersten großen Datenskandal in Luxemburg nicht unnötig provozieren und endlich das Aufbauen immer weiterer Datenbanken unterlassen!”
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