Öl und Benzin werden unbezahlbar

Öl und Benzin werden unbezahlbar

Benzin und Diesel sind so teuer wie noch nie. Und der Ölpreis steigt fast täglich. In dieser Woche hat der Preis für ein Barrel Rohöl den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Vordergründige Ursache ist der vom Iran angekündigte Stopp der Öllieferungen nach Frankreich und England. Hintergründig ist es aber eine ganz andere Ursache: Das Ende des Ölzeitalters naht.

Seit 2008 – so das Münchner Ludwig-Bölkow-Institut – ist weltweit der Höhepunkt der Ölförderung erreicht. Das Öl-Förder-Wachstum stagniert und wird nie wieder höher werden als heute. Das heißt: Die Zeiten billigen Öls und Benzins sind endgültig vorbei.

Der Öl- und Benzinpreis kennt künftig nur eine Richtung: nach oben!

Die Preiskurven werden zum Angst-Barometer. Das Öl wird auch deshalb immer teurer, weil die Schwellenländer immer mehr davon für sich beanspruchen werden. Und hohe Energiepreise bremsen das Wachstum. Zurzeit liefert der Iran 18% seines Öls nach Europa. Für uns wird künftig gerne China als Kunde des Iran einspringen.

Aber wie wollen wir Europäer die dadurch entstehende Versorgungslücke schließen?

Sicher ist nur eins: Dieser nächste Engpass unserer Energieversorgung wird die Preise nochmal dramatisch nach oben treiben! Und die Spekulanten warten schon auf noch höhere Profite.

Aber: Ersatz für die alten fossilen Energieträger lässt auf sich warten. In dieser für alle Industrieländer fatalen Situation bremst der deutsche Wirtschaftsminister auch noch die von ihm mit beschlossene Energiewende aus und will das erfolgreiche Erneuerbare-Energien-Gesetz zerschlagen, das über 60 Länder von uns übernommen haben.

Keine Regierung dieser Welt ist auf starke Energiepreis-Erhöhungen vorbereitet. Die 100%-Energiewende hin zu den Erneuerbaren wird zerredet, verzögert und verschlafen.

Rein technisch wäre bei entsprechendem politischen Willen die Energiewende in 20 Jahren machbar. Und sie wäre auch finanzierbar, wenn die Folgekosten der alten Energieversorgung mit berechnet würden, zum Beispiel die Aufwendungen für die Entsorgung des Atommülls oder die Kosten für den Klimawandel. Vorbeugen wäre preiswerter als die Finanzierung der zu erwartenden Katastrophen.

Energiesparen, Energieeffizienz und der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien haben aber zurzeit weder in den USA noch in Europa Priorität. Dabei wäre allein diese vorbeugende Energie-Politik die angemessene Antwort auf die sich bis zur Kriegsgefahr abzeichnenden Öl-Engpässe.

Der Iran spielt wieder einmal mit dem Feuer und hat jetzt eine Lunte ans Ölfass gelegt. Schon der Irak-Krieg war ein Krieg um Öl.

Die Alternative heißt: Frieden durch die Sonne! Die Sonne ist –  im Gegensatz zu Öl- oder Gasquellen – jedem menschlichem Zugriff entzogen. Sie scheint bekanntlich für Gerechte und Ungerechte – also für alle! Sie schickt uns 15.000-mal mehr Energie als zurzeit alle sieben Milliarden Menschen verbrauchen.

Und vor allem: Die Sonne scheint auf jedes Dach und sie schickt keine Rechnung. Allerdings: Solarpolitik erfordert Weitsicht.

Gastkommentar von Franz Alt (Sonnenseite).

Source : http://www.heise.de/tp/artikel/36/36459/1.html

in : Telepolis > Energie

Buchpreisbindung verhindert eBook-Experiment

Buchpreisbindung verhindert eBook-Experiment

Enno Lenze betreibt seit zehn Jahren den Kleinverlag Berlin Story. Unlängst wagte er ein Experiment, bei dem er die eBook-Version der DDR-Fluchtgeschichtensammlung Der Letzte macht das Licht aus von Klaus Behling für einen Preis von null Euro anbot, die Kunden aber gleichzeitig dazu aufforderte, eine beliebige weitere Summe zu zahlen oder eine andere Gegenleistung anzubieten, wenn ihnen das Werk gefällt.

Nach etwa 200 Downloads erhielt er einen “rechtlichen Hinweis” eines Anwalts, der sich als “Preisbindungstreuhänder zahlreicher Verlage gemäß § 9 Absatz 2 Nr. 3 BuchPrG” vorstellte und in dieser Rolle um eine Bestätigung ansuchte, dass Lenze das Experiment nicht fortsetzet und “Weiterungen vermeidet”. In dem “recht originellen Gedanken, den Marktpreis eines Buches durch Leserinformationen zu erfahren” sah der Rechtsanwalt nämlich einen “klaren Widerspruch gegen das Buchpreisbindungsgesetz”, dessen §5 vorschreibt, “dass es der Verleger ist, der den Preis bestimmen und dann veröffentlichen muss”. Diese Aufgabe kann er nach Ansicht des Treuhänders Dritten auch dann nicht übertragen, wenn sie keine Händler, sondern Leser sind.

Obwohl sich darüber streiten ließe, ob der Preis nicht eigentlich null Euro beträgt und Zahlungen eher als Spenden denn als Kaufpreis zu werten sind, ließ sich Lenze nicht auf das juristische Abenteuer ein und nahm das Buch vorerst vom Server. Angeblich gibt es aber ein Angebot aus Uruguay, das Werk von dort aus legal mit dem alten Modell anzubieten. Eine Andere Möglichkeit wäre, 18 Monate lang zu warten, bis die Preisbindung nach §8 Absatz 1 des Buchpreisgesetzes nicht mehr gilt.

Dann allerdings wäre wahrscheinlich nicht mehr viel von der Aufmerksamkeit übrig, die das Buch und das Preisexperiment ohne das Rechtsanwaltsschreiben nie bekommen hätten. In manchen Foren wird wegen dieses Aufmerksamkeitseffekts sogar vermutet, dass Lenze (der in der Vergangenheit bewies, dass er weiß, wie man Medien füttert) das Anwaltsschreiben eventuell gar nicht so ungelegen gekommen sein könnte.

Source : http://www.heise.de/tp/blogs/6/151453

von : Peter Mühlbauer in Telepolis > Kultur und Medien-News

Niederländische Regierung will Fair-Use-Vorstoß wagen

Niederländische Regierung will Fair-Use-Vorstoß wagen

Ein Problem des Urheberrechts in Europa ist, dass es dafür sorgt, dass ein großer Teil des alltäglich von vielen Bürgern auf Facebook oder YouTube eingestellten Materials theoretisch illegal ist. Das amerikanische Copyright ist flexibler: Durch das dort gültige Fair-Use-Prinzip können Richter entscheiden, dass ein längeres Zitat oder der Musikhintergrund zu einem tanzenden Haustier niemandem wirklich schadet und eine angemessene und deshalb lizenz- wie vergütungsfreie Verwendung ist. Das kann zwar im Einzelfall zu Abgrenzungsproblemen führen, bringt jedoch summa summarum deutlich weniger Rechtsunsicherheit als in Europa, wo das Immaterialgüterrecht so veraltet ist, dass eigentlich nur totale Technikverweigerer unter Schweigegelübde nicht mit ihm in Konflikt kommen.

Die niederländische Regierung will sich dieses Problems nun annehmen und dafür sorgen, dass Rechtsordnung und Alltagswirklichkeit weniger weit auseinanderklaffen. Justiz-Staatssekretär Fred Teeven von der wirtschaftsliberalen Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) sagte Radio Netherlands Worldwide (RNW), seine Regierung wolle jetzt für eine Modernisierung des Urheberrechts nicht mehr auf die EU warten, sondern “unilateral” handeln. Ihm zufolge fasst man aber eine Liberalisierung ins Auge, die dem derzeitigen europäischen Rechtsrahmen nicht widerspricht.

Fred Teeven. Foto: Rijksoverheid.nl. Lizenz: CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

In einem Expertenbericht für die britische Regierung hatten Juristen teilweise Bedenken geäußert, ob für die Einführung von Fair Use nicht EU-Richtlinien geändert werden müsste. Allerdings sind sich die Experten darüber nicht einig. Unabhängig von der Frage der Vereinbarkeit von Fair Use und Europarecht könnten europäische Länder ihr Urheberrecht dadurch modernisieren, dass sie die Ausnahmemöglichkeiten der EU-Richtlinien voll ausschöpfen und beispielsweise ausdrücklich regeln, dass für Parodien keine Genehmigung eingeholt werden muss und dass Freiheiten nicht durch Vertrag eingeschränkt werden dürfen.

In Deutschland fordert neben den Jungen Liberalen in Bayern auch eine Minderheit von Unionspolitikern, der unter anderem die CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Tauber, Thomas Jarzombek sowie die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär angehören, die Aufnahme einer Fair-Use-Generalklausel ins Urheberrecht, die bei entsprechender Ausgestaltung auch bildungspolitische Vorteile hätte, weil sie Lehrern die Angst vor der Verwendung neuer Unterrichtsmaterialien nehmen könnte. Dessen Aufnahme solch einer Generalklausel ins deutsche Urheberrechtsgesetz ist den Initiatoren nach auch deshalb notwendig, weil es “dem Gesetzgeber nicht möglich [ist], das Urheberrecht” ständig neuen Entwicklungen “anzupassen”. Damit Gerichte mit der Fair-Use-Klausel auch Urteile sprechen, “die der Lebenswirklichkeit entsprechen”, sollen ihnen Definitionskriterien im Gesetz Hilfestellungen geben.

Google-Justiziar Fred von Lohmann begrüßte die Pläne der niederländischen Regierung erwartungsgemäß und wies darauf hin, dass es heute trotz aller Klagen von Lobbyisten keineswegs eine “Krise der Kreativität”, sondern “mehr Musik, mehr Video und mehr Literatur gibt als je zuvor”, was seiner Ansicht nach an neuen Technologien liegt, die neue Möglichkeiten eröffnen. In der Vergangenheit hatten Vertreter des Konzerns des Öfteren durchblicken lassen, dass sie ihr Unternehmen nicht in europäischen Ländern aufbauen hätten können, weil das dortige Immaterialgüterrecht zu unflexibel ist.

Source : http://www.heise.de/tp/artikel/36/36423/1.html

Von : Peter Mühlbauer in Telepolis > Politik > Copyright

Eco fashion store shares full breakdown of its supply chain and costs

Eco fashion store shares full breakdown of its supply chain and costs

In recent times, we’ve seen the fashion industry innovate with products such as biodegradable shoes, as well as charitable initiatives such as Community Collection, which donates a portion of the sale price to good causes. Now Honest by, a brand launched in Belgium this January, has built its whole business around the principle of honesty.

Transparency is key to Honest by’s operations and, in its own words, it is the “first company in the world to share the full cost breakdown of its products”. It collaborates only with designers willing to be open about where their materials and labor come from in order to guarantee customers a clean conscience when updating their wardrobe. The company encourages its providers to work with organic materials and avoid animal products. With an emphasis on reducing waste, Honest by is also ditching the season model by offering summer and winter items until they sell out, saving them from obsolescence.

Honest by has taken the idea of social responsibility and made it their entire business philosophy. Even if this isn’t feasible for your business, there’s plenty to be inspired by here!

Website: www.honestby.com
Contact: contact@honestby.com

Spotted by: Bec Kempster

Source : http://www.springwise.com/?p=2179

Fair Use, GEMA weg und Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Fair Use, GEMA weg und Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Am 10. März findet im bayerischen Lindau ein Landesparteitag der FDP statt. Zu ihm wollen der Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz und der Jugendverband Junge Liberale einen Antrag mit dem Titel “Urheberrecht und Neue Medien liberal gestaltet” einbringen. Darin heißt es, das Internet habe zu einer Demokratisierung der Kultur, der Medien und des Informationsaustauschs geführt, weshalb das Urheberrecht “vollkommen neu gedacht und an die Medienrealität angepasst werden” müsse.

Konkret fordern die Antragsteller unter anderem die Anpassung der deutschen Schrankenbestimmungen an das amerikanische Fair-Use-Prinzip, wozu ihrer Auffassung nach “vor allem eine offene Generalklausel [gehört], die die Verwendung urheberrechtlich geschützter Materialien aus kulturellen, politischen und edukativen Gründen gestattet, solange kein direkter finanzieller Vorteil mit der Nutzung verbunden ist und sie grundsätzlich der Allgemeinheit zur Verfügung steht”.

JuLi-Landesvorsitzender Matthias Fischbach beim letzten Landesparteitag der FDP Bayern. Foto: Junge Liberale Bayern.

Hinsichtlich der aktuellen Verfolgung von Online-Immaterialgüterrechtsverletzungen in Deutschland konstatiert man, dass die finanziellen Forderungen von Rechteinhabern “in keinem Verhältnis zum im Einzelfall tatsächlich entstandenen wirtschaftlichen Schaden” stünden, weil die Methoden zur Streitwerts- und Schadensberechnung im Abmahnrecht “völlig realitätsfern” seien. Auch das in Frankreich eingeführte Three-Strikes-Modell wird als “vollkommen unverhältnismäßig” verworfen. Die Mandatsträger der FDP fordert man deshalb auf, “bei diesem Thema im Europäischen Parlament und im Ministerrat gegen einen drastischen europaweiten Bürgerrechtseingriff zu votieren”, weil das Internet “ein zumindest sozial überlebenswichtiges Medium [ist], das einem nicht wegen kleinerer Verstöße vorenthalten werden darf”.

Eine Providerhaftung für Immaterialgüterrechtsverletzungen, wie sie das ACTA-Abkommen enthält, sehen die Jungen Liberalen in Bayern als Gefahr für den Rechtsstaat, weil diese Haftung “umfangreiche Prüf- und Löschpflichten” und in deren Folge eine “Filterung des Datenverkehrs” nach sich zöge, die “nicht von rechtstaatlichen Befugnissen gedeckt” ist, “keiner rechtstaatlichen Kontrolle” unterliegt und eine erhebliche Missbrauchsgefahr in sich birgt. Eine Vorratsdatenspeicherung lehnt man aus ähnlichen Erwägungen als “nicht verhältnismäßige Maßnahme zur Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen” ab.

Das von Union und SPD im Wahlkampf 2009 versprochene neue Monopolrecht für Presseverleger sehen die Jungen Liberalen in Bayern ebenfalls kritisch. Das sehr irreführend “Leistungsschutzrecht” betitelte Privileg soll “verlinkte Überschriften samt kurzem Textanriss” zahlungspflichtig machen und ist ihrer Ansicht nach ein “nationaler Alleingang”, der “Kernelemente des Internets einschränkt und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs widerspricht”.

Noch überraschender ist, dass der nach Angaben aus der Partei “intern gegenwärtig sehr intensiv diskutierte” Antrag auch die Position der politisch ebenso gut vernetzten wie in der Bevölkerung und bei Musikern unbeliebten Verwertungsgesellschaft GEMA in Frage stellt. Der “nicht mehr zeitgemäßen […] monopolartigen Vermittlerfunktion des Rechteverwerters” zieht man “flexiblere Konkurrenzmodelle” oder gleich eine “direkte Vermarktung der Künstler” vor, die durch den Wegfall von teuren Mittelsmännern für wettbewerbsfähigere Preise sorgen könnte. Ebenfalls gegen die GEMA zielt die Forderung nach Abschaffung der Pauschalabgaben auf DVD-Brenner und andere Geräte, deren Legitimation man durch die in den letzten zehn Jahren eingeführten Kopierverbote ad absurdum geführt sieht.

Weiterhin sieht der Antrag ein bemerkenswert klares Bekenntnis zu Open Access vor: Wissenschaftliche Veröffentlichungen sollen danach “unabhängig von der wirtschaftlichen Verwertbarkeit” der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, wenn sie staatlich gefördert wurden. Dies fördert dem Papier zufolge nicht nur den schnelleren wissenschaftlichen Austausch, sondern auch die Bildungs- und Informationsmöglichkeiten der breiten Öffentlichkeit. In “begründeten Fällen” will man allerdings Ausnahmen von diesem Prinzip erlauben. Weiterhin fordert das Papier, Produktionen für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk “nach Möglichkeit” gemeinfrei oder unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden. Der Radiosender WDR5 hatte einen entsprechenden Vorschlag gegenüber dem Blogger Peter Piksa unlängst mit der Begründung abgelehnt, dies würde zu viel Arbeit machen.

Source : http://www.heise.de/tp/artikel/36/36416/1.html

Von : Peter Mühlbauer in Telepolis > Politik > Copyright