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	<title>Daisymupp &#187; Ecologie</title>
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	<description>In all affairs it’s a healthy thing now and then to hang a question mark on the things you have long taken for granted. -- Bertrand Russell</description>
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		<title>Das deutsche Vorbild</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/10/das-deutsche-vorbild/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 09:13:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie und Klima-News]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>

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		<description><![CDATA[Andere Länder könnten sich an Deutschland ein Beispiel nehmen und demnächst ebenfalls im großen Maßstab die besonders klimaschädliche Braunkohle abbauen. <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/10/das-deutsche-vorbild/">Weiderliesen: Das deutsche Vorbild</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Braunkohle ist so ziemlich der schlechteste Brennstoff, den es aus Sicht  des Klimaschutzes gibt. Ihr Heizwert ist gering und entsprechend  schlecht sind die spezifischen Emissionen. Für jede Kilowattstunde  elektrischer Energie wird in einem herkömmlichen Braunkohlekraftwerk wie  etwa in Jänschwalde in Brandenburg (Betreiber Vattenfall) oder Neurath  im Rheinland (RWE) 1,15 Kilogramm CO<sub>2</sub> ausgestoßen. Selbst in  einem Steinkohlekraftwerk sind es rund 200 Gramm weniger. Ein Gas- und  Dampfturbinenkraftwerk, kurz GuD, kommt übrigens mit 428 Gramm aus. Gas  ist also &#8211; aber das nur am Rande &#8211; unter den fossilen Energieträgern der  einäuige König.</p>
<p>Aber hier sollte es um die Kohle gehen. Die Braunkohle hat zwar aus  Umweltsicht manchen Nachteil, aber ökonomisch hat sie einige wesentliche  Vorteile. Sie ist im Tagebau zu erschließen und daher wesentlich  günstiger. Und sie ist noch reichlich vorhanden, während die beste  Kohle, Anthrazit, langsam rar wird. Bisher ist Deutschland weltweit der  größte Verbraucher von Braunkohle, aber das könnte sich ändern. RWE  interessiert sich zum Beispiel für den Aufschluss eines Tagebaus im  dicht besiedelten Bangladesh, dem einige zehntausend Menschen weichen  müssten.</p>
<p>Auch auf Borneo gibt es große Lagerstätten, und zwar im Kalimantan  genannten indonesischen Teil der Heimat der Orang Utans. Auf einer  Fläche von 350 Quadratkilometern könnten dort 2,8 Milliarden Tonnen  Kohle abgebaut werden. Verbrennt man diese, käme ein Vielfaches der  deutschen Jahresemissionen heraus, und das ist nicht wenig. Deutschland  gehört immer noch mit seinen rund elf Tonnen pro Kopf und Jahr an CO<sub>2</sub>-Emissionen zu den größten Klimasündern (für ganz Genaue: Gemeint sind hier CO<sub>2</sub>-Äquivalente, ein Wert, der auch die übrigen Treibhausgase beinhaltet).</p>
<p>Zum Glück hat Indonesien eine ausufernde Bürokratie, mit der  britische Interessenten an dem Tagebau derzeit zu kämpfen haben, wie die  Nachrichtenagentur <em>Reuters</em> <a rel="external" href="http://www.reuters.com/article/2011/10/10/us-indonesia-coal-churchill-idUSTRE79912J20111010?feedType=RSS&amp;feedName=environmentNews&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+reuters%2Fenvironment+%28News+%2F+US+%2F+Environment%29" target="_blank">berichtet</a>.  Der britische Rohstoffkonzern Churchill Mining Plc streitet sich mit  einem indonesischen Unternehmen um die Rechte, und die dortigen Behörden  mögen offensichtlich alte Lizenzen nicht recht anerkennen. Bleibt zu  hoffen, dass sich der Disput noch ein paar Jahre hinzieht, bis die  Nachfrage nach der Kohle zurückgeht. Aber das ist natürlich nur wishful  thinking, denn dann müsste sich der Ausbau der Erneuerbaren noch einmal  erheblich beschleunigen.</p>
<p>Source : <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/2/150703" target="_top">http://www.heise.de/tp/blogs/2/150703</a></p>
<p>Von : <a title="Weitere Artikel von Wolfgang Pomrehn" href="http://www.heise.de/tp/autor/wolfgangpomrehn/default.html">Wolfgang Pomrehn</a> in <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/">Telepolis</a> &gt;    <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/news/enews">Energie und Klima-News</a></p>
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		<title>Aufwindkraftwerk wird in Arizona gebaut</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/08/aufwindkraftwerk-wird-in-arizona-gebaut/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 09:45:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie und Klima-News]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Brake]]></category>
		<category><![CDATA[Solarenergie]]></category>

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		<description><![CDATA[... für Solarstrom rund um die Uhr <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/08/aufwindkraftwerk-wird-in-arizona-gebaut/">Weiderliesen: Aufwindkraftwerk wird in Arizona gebaut</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auftrieb für eine lange gehegte Idee. Der Renewable Portfolio Standard  (RPS), ein Gesetz in den USA, nach dem Energieversorger in ihrem  Strommix bestimmte erneuerbare Anteile erfüllen müssen, wird zum  Geburtshelfer für immer mehr, auch sehr große Solarkraftwerke (Telepolis  <a rel="external" href="http://www.heise.de/tp/blogs/2/150109">berichtete</a>).  U.a. wird jetzt auch das erste kommerzielle Aufwindkraftwerk  realisiert. Das Kraftwerk wird von EnviroMission in La Paz County  gebaut. Das ist die Firma, die ursprünglich in Mildura/Australien das  erste kommerzielle Aufwindkraftwerk bauen wollte, dort aber an der  Finanzierung scheiterte.</p>
<p>Die US-Konstellation aus RPS und einem großen Stromversorger als  Vertragspartner soll den Bau jetzt möglich machen. Die 32 Turbinen am  Fuß des 792,50 m hohen <a rel="external" href="http://www.bz-berlin.de/archiv/amerikaner-planen-riesigen-oekostrom-turm-in-der-wueste-article1236664.html">Aufwindkamins</a> sollen dann den Stromverbrauch von 150.000 Haushalten (á 4000kWh/a)  decken. Aufwindkraftwerke können auch nachts Solarstrom liefern, da sich  tagsüber auch der Boden unter der großflächigen Kollektor-Verglasung,  die den Aufwindkamin umgibt, erwärmt. In der Nacht wird diese  Wärmeenergie wieder an die Luft im Kollektor abgegeben und erzeugt  genügend Auftrieb um das Kraftwerk rund um die Uhr zu betreiben.</p>
<p>Bisher wurde erst ein Versuchs-Aufwindkraftwerk in Manzanares/Spanien  errichtet. Das 1981 von Schlaich Bergermann im Auftrag des  Bundesforschungsministeriums projektierte <a rel="external" href="http://www.sbp.de/de#sun/category/101-Aufwindkraftwerk">Kraftwerk</a> hatte eine Leistung von 50 kW, einen Kollektorradius von 122 m und eine  Kaminhöhe von 194,6 m. Im Gespräch für weitere Aufwindkraftwerke sind  neben Projekten in China, Spanien und den USA auch der &#8220;Greentower&#8221; in  Arandis/Namibia. Die Anlage mit 7 km Kollektorduchmesser und einem 1.500  m hohen Turm ist für eine Leistung von 400 MW projektiert und könnte  damit den Strombedarf des ganzen Landes decken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-829" title="1" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/08/1.jpeg" alt="" width="570" height="356" />Source : <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/2/150225" target="_top">http://www.heise.de/tp/blogs/2/150225</a></p>
<p>Von : <a title="Weitere Artikel von Matthias Brake" href="http://www.heise.de/tp/autor/matthiasbrake/default.html">Matthias Brake</a> in <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/">Telepolis</a> &gt;    <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/news/enews">Energie und Klima-News</a></p>
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		<title>&#8220;Den Klimawandel erfolgreich gestalten&#8221;</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/07/den-klimawandel-erfolgreich-gestalten/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 11:48:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Becker]]></category>

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		<description><![CDATA[Klimaadaption in deutschen Städten <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/07/den-klimawandel-erfolgreich-gestalten/">Weiderliesen: &#8220;Den Klimawandel erfolgreich gestalten&#8221;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<address>Hitze, Dürre, Überschwemmungen &#8211; am meisten unter der Klimaerwärmung werden die Schwellen- und Entwicklungsländer im &#8220;globalen Süden&#8221; der Erde leiden. Aber auch die hochindustrialisierten Nationen des Nordens bleiben nicht verschont. Besonders die Bewohner der großen Städte werden von Extremwetterlagen betroffen werden. Erste Projekte und Programme in Deutschland suchen nach Anpassungsmaßnahmen, um das städtische Leben erträglich zu halten. Bisher sind die Ergebnisse der &#8220;urbanen Klimaadaption&#8221; allerdings bescheiden.</address>
<p>Die Hitzewelle macht den Städtern das Atmen schwer. Wochenlang fällt die  Temperatur nicht unter 30 Grad Celsius. In einer dicht geschlossen  Glocke über der Stadt stauen sich Hitze, Abgase und Staub. Sogenannte  &#8220;tropische Nächte&#8221; mit durchgängig mehr als 20 Grad Wärme bringen die  Menschen um den Schlaf. Heftige Regengüsse verschaffen ihnen zwar kurz  Erleichterung &#8211; aber die extremen Niederschlagsmengen überfordern die  Abwasserleitungen und es kommt zu Überschwemmungen.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_818" class="wp-caption aligncenter" style="width: 374px"><img class="size-full wp-image-818 " title="35200_2" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/08/35200_2.gif" alt="" width="364" height="235" /><p class="wp-caption-text">Temperatur-Anomalien in Grad Celsius von März bis Mai 2007, basierend auf dem Referenz-Zeitraum von 1961 bis &#39;90. Bild: NOAA</p></div>
<p>Das ist ein Zukunftsszenario, aber kein unrealistisches. Wer  beängstigende Prognosen mag, kann die Beschreibung um beliebig viele <a href="http://www.klimalotse.anpassung.net/klimalotse/DE/klimarisiken_Tabelle/node.html">katastrophale Auswirkungen der Klimaerwärmung</a> ergänzen. Sie liefert genug Material für gleich mehrere  Katastrophenfilme: Kraftwerke und Industrieanlagen stehen still, weil  Kühlwasser knapp wird. Deshalb fällt im Stadtgebiet immer häufiger der  Strom aus. (Dieser Effekt ist keineswegs aus der Luft gegriffen: Während  der Hitzewellen 2003 und 2006 hatten bereits viele deutsche  Kernkraftwerke Kühlwasser-Probleme, weil der Wasserstand der Flüsse  sank.)</p>
<p>Wer es sich leisten kann, schafft sich einen  Stromgenerator an und eine Klimaanlage. Für einzelne Haushalte sind  diese Geräte eine Wohltat, aber das Stadtklima verschlechtert sich durch  sie noch mehr: durch die Abgase der Motoren, den Stromverbrauch der  Klimaanlagen und die Wärme, die sie nach draußen abgeben. Wegen  Missernten werden Nahrungsmittel immer teurer. Weil die Kanalisation die  plötzlichen Regenmassen nicht aufnehmen kann, fließt Wasser ungeklärt  in die Flüsse und Seen. Sauberes Trinkwasser wird knapp. Wegen des  wärmeren Klima nehmen Krankheitsüberträger wie Mücken und Zecken  überhand und allergieauslösende Pflanzen wie die <a href="http://www.ambrosia.de/">Ambrosia</a> verbreiten sich noch weiter.</p>
<p>Die Klimaveränderung kommt nicht erst, sie ist bereits  da &#8211; auch in Deutschland. So ist beispielsweise die Zahl der Hitzewellen  und die der heißen Tage (mit einer Maximaltemperatur von über 30 Grad  Celsius) seit Mitte des 20. Jahrhundert nachweislich angestiegen. Auch  lässt sich <a title="PDF" href="http://www.enveurope.com/content/pdf/2190-4715-23-11.pdf">zeigen</a>,  dass die durchschnittliche Wassertemperatur und die erreichten  Spitzentemperaturen des Rheins in den vergangenen dreißig Jahren  gestiegen sind. Untersuchungen von Sträuchern wie Schlehe oder Hasel  wiederum belegen, dass von 1951 bis heute wegen der höheren Temperaturen  die Blüte durchschnittlich 15 beziehungsweise 20 Tage früher beginnt.</p>
<p>In Zukunft wird die globale Durchschnittstemperatur um  mindestens zwei Grad Celsius zunehmen. Dann wird sich auch in  Mitteleuropa das Klima noch deutlicher ändern. &#8220;Zwei Grad mehr&#8221;, das  klingt nicht unbedingt viel. Aber hinter diesem Durchschnittswert  verbergen sich mehr extreme Wetterlagen, beispielsweise längere und  intensivere Hitzewellen. Im Winter wird es mehr Niederschläge geben, im  Sommer dagegen weniger. Ende des Jahrhunderts, sagt die Mehrzahl der  Klimatologen, werden dann Hitzewellen und Unwetter eine neue Qualität  erreichen. Dabei sind manche Regionen stärker betroffen als andere. Die  oberrheinische Tiefebene beispielsweise (die sich in nord-südlicher  Richtung von Frankfurt nach Basel zieht) wird besonders unter Hitze und  Dürre zu leiden haben.</p>
<p>Problem &#8220;Urbane Wärmeinseln&#8221;</p>
<p>Städte sind von der Klimaerwärmung besonders betroffen.  Menschliche Siedlungen waren immer schon wärmer als ihr Umland. In dicht  besiedelten und bebauten Gebieten speichern Gebäude und Straßen die  Hitze und geben sie zeitverzögert wieder ab. Der Energieverbrauch der  Stadtbewohner erzeugt zusätzliche Wärme. In Zukunft aber werden die  klimatischen Unterschiede zwischen Stadt und Land größer werden. Wegen  klimatischer Rückkopplungen werden die mitteleuropäischen Städte immer  häufiger zu sogenannten urbanen Wärmeinseln.</p>
<p>Das liegt vor allem daran, dass sommerliche Hochdruckgebiete häufiger werden. <em>Horizontal</em> weht dann wenig Wind, weshalb es kaum Austausch der Luftmassen gibt, während <em>vertikal</em> wärmere Luftschichten wie ein Deckel über dem Gebiet liegen und eine  Abkühlung verhindern. Die Sonneneinstrahlung wird außerdem kaum durch  Wolken gemildert. Solche Hochdruckzonen können mehrere Tage, gar Wochen  am selben Ort verharren und im Durchmesser bis zu 1000 Kilometern groß  sein. Die austauscharmen Wetterlagen führen dazu, dass Stadtgebiete,  ohnehin wärmer als das Umland, sich immer weiter aufheizen.</p>
<p>Schlimm an solchen Wetterlagen ist unter anderem, dass  sich wegen des fehlenden Luftaustauschs Schadstoffe wie Feinstaub oder  Stickoxide kaum verteilen. Vor allem steigt die Konzentration von  bodennahem Ozon, denn durch Hitze und große Strahlung nehmen dessen  Vorgängersubstanzen zu.</p>
<p>Insgesamt werden die Sommer im Mitteleuropa trockener  werden. Wenn es aber regnet, wird es sich oft um Sommergewitter handeln,  bei denen in kurzer Zeit große Niederschlagsmengen niedergehen. Weil in  den Städten der Boden in der Regel versiegelt ist, kann das Regenwasser  nicht einsickern oder auf der Oberfläche der Pflanzen bleiben. Sofern  die Kanalisation die Flüssigkeit aufnehmen kann und es nicht zu einer  Überschwemmung kommt, fließt das Wasser rasch ab &#8211; und das Stadtklima  profitiert nicht von der Kühlung durch die Verdunstung.</p>
<p>&#8220;Vom Mittelmeerraum lernen&#8221;</p>
<p>Verdunstung und Luftaustausch &#8211; die klimatischen  Mechanismen, die für einen räumlichen Temperaturausgleich sorgen &#8211;  fallen in urbanen Räumen also tendenziell aus. Der Sommer in der Stadt  wird zu heiß und zu trocken. Die Stadtplanung könnte darauf reagieren,  indem sie &#8220;blaue und grüne Infrastrukturen&#8221; zurückholt. Dabei steht  &#8220;Grün&#8221; für Grünflächen und &#8220;Blau&#8221; für Brunnen und offene Kanäle.</p>
<p>Das entsprechende städtebauliche Motto lautet &#8220;Vom  Mittelmeerraum lernen&#8221;. In der mediterranen Welt gibt es schließlich  eine lange Tradition, die auf Hitze und Trockenheit reagiert.  Verdunstendes Wasser aus frei zugänglichen Brunnen sorgt für Kühlung und  eine angenehme Luftfeuchtigkeit. Das direkte Sonnenlicht wird durch  schattenspendende Bäume und Arkaden abgefangen. Eine offene Bauweise der  Häuser lässt den Wind bis in die Wohn- und Schlafzimmer. Kurz, &#8220;grün  und blau&#8221; machen die Hitze erträglich.</p>
<p>Vieles wäre tatsächlich ohne großen technischen Aufwand  möglich und erstaunlich wirksam &#8211; nicht nur zur Anpassung an die  Klimaerwärmung, sondern auch zu ihrer Abmilderung! Etwa die Bepflanzung  von Dachflächen mit immergrünen Gewächsen: solche Dächer senken wegen  ihrer isolierenden Wirkung den Heizbedarf im Winter und schützen im  Sommer vor Hitze. Ist die Schicht aus Untergrund und Pflanzen mächtig  genug, kann sie bei Regen Feuchtigkeit aufnehmen, entlastet dadurch die  Kanalisation und ermöglicht eine verzögerte Verdunstung.</p>
<div id="attachment_817" class="wp-caption aligncenter" style="width: 376px"><img class="size-full wp-image-817" title="35200_1" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/08/35200_1.jpg" alt="" width="366" height="251" /><p class="wp-caption-text">Begrüntes Dach in Lower Manhattan. Bild: Alyson Hurt. Lizenz: CC-BY-2.0</p></div>
<p>Andere, vor allem städtebauliche Maßnahmen sind viel  schwieriger umzusetzen und durchzusetzen. Die Städte werden  beispielsweise mehr und wirksamere Frischluftschneisen brauchen, die  kalte Luftmassen vom Stadtrand in die Innenstadt fließen lassen. Damit  der Wärmeaustausch funktioniert, muss es zunächst am Rand der Siedlungen  ausreichend große und unbebaute &#8220;Kaltluftbildungsflächen&#8221; geben. Damit  kalte Luft von dort ins Stadtinnere strömen kann, sollten die  Grünflächen möglichst miteinander verbunden und mit hohen Laubbäumen  bepflanzt sein.</p>
<p>Allerdings liegt bei der urbanen Klimaadaption der  Teufel im Detail. Nadelbäume etwa blockieren das Sonnenlicht auch im  Winter und steigern so den Heizbedarf der beschatteten Gebäude. Die  falschen Bäume und Sträucher verschlimmern die Ozonbelastung sogar noch,  weil sie bei großer Hitze biogene Kohlenwasserstoffe abgeben, die zur  Ozon-Bildung beitragen. Ein geschlossenes Dach aus Baumkronen über einer  viel befahrenen Straße kann zu einer gefährlichen Konzentration der  Abgase führen.</p>
<p>Erste Bemühungen um eine Anpassungsstrategie</p>
<p>Insofern geht es bei der urbanen Klimaanpassung auch  darum, den Planern zu erklären, was sinnvoll ist und was nicht. Aber es  fehlt eigentlich nicht am Wissen, sondern an Taten. &#8220;Wir wissen schon  lange, was zu tun wäre&#8221;, sagt der Klimatologe Wilhelm Kuttler von der  Universität Duisburg-Essen. &#8220;Es ist Zeit, endlich etwas davon  umzusetzen.&#8221; Auch Benjamin Bongardt, Referent für Umweltpolitik des  Naturschutzbunds Deutschland (NABU) äußert sich ähnlich: &#8220;Die  Klimaanpassung muss in die Stadtplanung hinein.&#8221;</p>
<p>Klimapolitiker unterscheiden zwischen <em>Mitigation</em> und <em>Adaption</em> &#8211; der Vermeidung von Treibhausgasemissionen einerseits und den  Anpassungsmaßnahmen, um die Auswirkungen der Erwärmung abzumildern,  andererseits. Lange war die Anpassung das Stiefkind der Klimapolitik.   Viele scheuten davor zurück, sich mit konkret auf die Klimaveränderung  vorzubereiten, weil sie fürchteten, so würde der politische Druck  nachlassen, sich doch noch auf eine international verbindliche  Mitigation zu einigen.</p>
<p>Allmählich aber ändert sich das &#8211; wohl auch, weil die  zwischenstaatlichen Klimaverhandlungen keinerlei Vorschritte bringen.  Zwar wird weiterhin in regelmäßigen Abständen die Tragikomödie &#8220;Die  Klimakonferenz tanzt!&#8221; aufgeführt (die nächste Vorstellung im November  in Durban/Südafrika), aber im letzten Jahr waren die <a href="http://www.climate-service-center.de/011814/index_0011814.html.de">Kohlendioxid-Emissionen</a> weltweit so hoch wie nie zuvor. Sich auf die kommenden Extremwetterlagen einzustellen, ist also sicher sinnvoll.</p>
<p>Bundesweit und regional wird die Anpassung immer ernster  genommen. Das Land Berlin beispielsweise verabschiedete vor kurzem  einen <a title="PDF" href="http://www.stadtentwicklung.berlin.de/download/step_klima_ag/Bericht_StEP%20Klima.pdf">Stadtentwicklungsplan Klima</a> (STEP). In Modellregionen wird nach optimalen Adaptionsmaßnahmen  gesucht. Andere Städte entwickeln Notfallpläne, um die erwarteten  extremen Wetterlagen besser zu überstehen.</p>
<p>Auf Bundesebene brachte die Regierung bereits im August  2007 das &#8220;Integrierte Energie- und Klimaprogramm&#8221; auf den Weg, im  Dezember 2008 folgte die <a title="PDF" href="http://www.anpassung.net/SharedDocs/Downloads/DE/DAS-Kabinettbericht,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/DAS-Kabinettbericht.pdf">Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel</a> (DAS). Umgesetzt und weiterentwickelt wird die Strategie von dem <a href="http://www.anpassung.net/">Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung</a> (KOMPASS).</p>
<p>Der staatlich organisierte Klimaschutz besteht aus einem  schwer entwirrbaren Geflecht von Forschungsverbünden und  Modellprojekten. Das Bundesumweltministerium (BMU) bezuschusste  Klimaschutzprojekte in den Kommunen und richtete 2008 die <a href="http://www.kommunaler-klimaschutz.de/">Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz</a> beim Deutschen Institut für Urbanistik ein. Das  Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert im Rahmen der sogenannten  Hightech-Strategie sieben Regionen über einen Zeitraum von fünf Jahren  mit dem Programm <a href="http://www.klimzug.de/">KLIMZUG</a> (&#8220;Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten&#8221;). Das Bundesinstitut  für Bau-, Stadt- und Raumforschung wiederum, eine Forschungsstelle des  Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS),  beschäftigt sich mit <a href="http://www.klimamoro.de/">Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel</a> beziehungsweise <a href="http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_21686/BBSR/DE/FP/ExWoSt/Forschungsfelder/2010/UrbaneStrategienKlimawandel/01__Start1.html">Urbanen Strategien zum Klimawandel</a>. Zu diesen Forschungsprogrammen kommen noch regionale &#8220;Klimabüros&#8221;, Kompetenzzentren und (www.klimabuendnis.org) Aktionspläne.</p>
<p>Klimafolgen-Management bisher wenig wirksam</p>
<p>Es geht bei der Adaption um &#8220;Klimafolgen-Management&#8221;.  Ziel ist, &#8220;den Klimawandel erfolgreich gestalten&#8221;, wie es das  Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) beispielhaft  formuliert. Das klingt zupackend und optimistisch, nach Chancen und  Erfolg. Aber was haben die Anpassungsbemühungen bisher gebracht?</p>
<p>Das handfesteste Ergebnis bis jetzt sind wohl die <a href="http://www.dwd.de/warnungen">Hitzewarnungen</a>, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit 2003 veröffentlicht. Ansonsten sind konkrete Maßnahmen rar, abgesehen von <a title="PDF" href="http://www.raumplanung.tu-dortmund.de/irpud/fileadmin/irpud/content/documents/Kleinebrahm_4DoWoPoKoll2011.pdf">vorbildlichen</a>,  aber isolierten lokalen Projekten. Selbst die &#8220;Aktionspläne&#8221; auf  lokaler Ebene enthalten keine verbindlichen Vorgaben an Planer und  Bauherren, sondern eher wolkige Absichtserklärungen. Institutionen wie  der <a href="http://www.liegenschaftsfonds.de/">Berliner Liegenschaftsfonds</a>,  der die Grundstücke im Besitz des Landes verwertet, könnten den Käufern  zwar Klimaadaptionsmaßnahmen vorschreiben &#8211; nur tun sie es eben nicht.  Dort, wo letztlich die Entscheidungen über die Stadtentwicklung  getroffen werden &#8211; in den Tiefbau &#8211; und Strukturentwicklungsämtern &#8211;  sieht es ähnlich aus. Welche Gemeinde verzichtet auf den Verkauf einer  Brachfläche, um eine Kaltluftkorridor zu schaffen?</p>
<div id="attachment_816" class="wp-caption aligncenter" style="width: 376px"><img class="size-full wp-image-816" title="35200_3" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/08/35200_3.jpg" alt="" width="366" height="346" /><p class="wp-caption-text">Während der Hitzewelle 2003 richtete die Pariser Stadtverwaltung ein Notrufnommer für die Suche nach deren Opfern ein. Bild: Sebjarod. Lizenz: CC-BY-SA-3.0</p></div>
<p>Aber es liegt nicht nur am ökonomischen Druck, den  eigenen Grund und Boden möglichst gewinnbringend einzusetzen, dass es  mit der Klimaadaption nicht voran geht. Die Städte und Gemeinden sind in  mancher Hinsicht gar nicht handlungsfähig. Um beispielsweise  Grünflächen als Kaltluftleitbahnen zu pflegen, sind mehr und gut  ausgebildete Arbeitskräfte nötig. Wohnungsbaugesellschaften, die als  Vorbild für eine angepasste Bauweise dienen könnten, werden privatisiert  oder verkaufen Wohnungen in großem Umfang.</p>
<p>Ende diesen Monats wird die Bundesregierung den neuen  &#8220;Aktionsplan Anpassung&#8221; veröffentlichen. Darin soll erstmals Bilanz  gezogen werden, was die bisherigen Adaptionsbemühungen gebracht haben.  Die Hitzewelle im Sommer 2003 kostete in Europa 70 000 Menschen das  Leben. Es steht zu befürchten, dass noch viele solche Katastrophen nötig  sein werden, bis sich wirklich etwas bewegt.</p>
<p>Source :  <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35200/1.html" target="_top">http://www.heise.de/tp/artikel/35/35200/1.html</a></p>
<p>Von :  <a title="Weitere Artikel von Matthias Becker" href="http://www.heise.de/tp/autor/matthiasbecker/default.html">Matthias Becker</a> in <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/">Telepolis</a> &gt;      <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/inhalt/energie/default.html">Energie</a></p>
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		<item>
		<title>Wellenkraft wird nun kommerziell genutzt</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 12:11:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Streck]]></category>
		<category><![CDATA[Wellenkraftwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Baskenland schützt eine Mole den Hafen vor riesigen Brechern und produziert dabei sauberen Strom <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/07/wellenkraft-wird-nun-kommerziell-genutzt/">Weiderliesen: Wellenkraft wird nun kommerziell genutzt</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Wellen im Baskenland sind berühmt. Vor allem schätzen Surfer die  große nach links brechende Welle mit ihren Tubes vor dem Dorf Mundaka.  Nicht weit entfernt von Mundaka liegt auch das Mutriku, wo kürzlich  weltweit das erste kommerziell genutzte Wellenkraftwerk ans Netz  gegangen ist. Dem Hafen vorgelagert wurde eine Mole errichtet, die es im  wahrsten Sinne des Wortes in sich hat. Sie schützt nicht nur den Hafen  vor den in stürmischen Zeiten haushohen Wellen, sondern im Inneren des  Betonklotzes erzeugen 16 Turbinen nun 300 Kilowatt Strom.</h3>
<p>Es weht ein lauer Südwind und das Meer schwappt nur  lustlos gegen den grauen Betonklotz, der sich vor dem baskischen Dorf  Mutriku mit einer Höhe von gut 16 Metern einen halben Kilometer in den  Atlantik schiebt. Denn wenn Südwind aus Spanien weht, werden die Wellen  in dem Dorf zwischen Bilbao und Donostia-San Sebastian klein geblasen.  Dann kann man sich kaum vorstellen, dass es sich lohnen könnte,  ausgerechnet hier das erste kommerzielle Wellenkraftwerk weltweit ans  Netz gehen zu lassen.</p>
<p>Wellen sind nun vom Damm aus kaum auszumachen, in  dessen zentralen Teil auf 75 Metern 16 Turbinen verteilt sind, die in  seinem inneren Strom produzieren. Nur acht vergitterte Öffnungen weisen  darauf hin, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Mole handelt.</p>
<div id="attachment_786" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/Mole1.jpg"><img class="size-medium wp-image-786" title="35149_2x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/Mole1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Mole mit Turbinen. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>Doch es gibt die Brecher von enormer Kraft. Sie werden wegen des  Klimawandels auch hier immer stärker und höher. Etliche schwere Stürme,  die in den letzten Jahren unter dem Namen &#8220;Ciclogenesis explosiva&#8221; in  den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen sind, zeugen davon. Die  explosiven Zyklogenesen, die auch den Golf von Biskaya in den letzten  Jahren immer öfter heimsuchen, haben wie <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orkan_Klaus">2009</a> viele Wellenbrecher an der Atlantikküste zerstört. Doch statt die alte  Mole zu reparieren, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einem  Großprojekt. Die neue Mole, die dem Hafen vorgelagert ist, wurde auf  eine Dicke von fast 7 Metern weiter verstärkt, damit der Damm auch  Wellen mit einer Höhe von 9,2 Metern aushalten kann.</p>
<div id="attachment_787" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_7x.jpg"><img class="size-medium wp-image-787" title="35149_7x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_7x-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wellenkraftwerk Mutriku bei richtigem Wellengang. Bild: Voith</p></div>
<p>Der Betreiber des Kraftwerks im Inneren der Mole ist der baskische Energieversorger &#8220;Ente Vasco de la Energía&#8221; (<a href="http://www.eve.es/web/Actualidad/Euskadi-dispone-ya-de-la-primera-planta-europea-qu.aspx?home=home">EVE</a>).  Er wurde 1982 von der baskischen Regierung zur Förderung erneuerbarer  Energien gegründet. EVE hat in das Wellenkraftwerk von Mutriku 2,3  Millionen Euro investiert. Umgesetzt wurde das Projekt unter Mitwirkung  von Voith Hydro, ein Gemeinschaftsunternehmen von Voith und Siemens.  Gesetzt wird auf die OWC-Technologie (oscillating water column =  oszillierende Wassersäule), welche die Firma seit zehn Jahren aus  Forschungszwecken auf der schottischen Insel Islay mit dem  Wellenkraftwerk Limpet betreibt.</p>
<p>Die 16 von Voith Hydro in dem Damm installierten Wellsturbinen bilden  das Herzstück des Kraftwerks. Das Prinzip beruht darauf, dass die Wellen  nicht direkt angezapft werden, sondern das Wasser in &#8220;pneumatische  Kammern&#8221; (Betonröhren) gedrückt und im Wellental wieder herausgezogen  wird. Damit wird die Luft in den Röhren komprimiert und zurückgesaugt,  wodurch jeweils ein schneller Luftstrom entsteht, der die Wellsturbinen  antreibt. Die produzierte Strommenge ist eher gering. Mit den bis zu 300  Kilowatt und der Jahresleistung von geschätzten 660.000 kWh können nur  250 Haushalte oder 600 der etwa 5.000 Einwohner in Mutriku mit Strom  versorgt werden.</p>
<div id="attachment_788" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_1x.jpg"><img class="size-medium wp-image-788" title="35149_1x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_1x-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Hafen Mutriko Mole mit Turbinen im Hintergrund. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>Doch es geht darum, die Potentiale der Wellenkraftwerke auszuloten. Die  Größe der derzeitigen Anlagen lasse noch keine Aussage zu, &#8220;ob das einer  der wichtigen Energieträger der Zukunft ist&#8221;, so der Wellenkraftexperte  Kai-Uwe Graw von der Technischen Universität Dresden. Er verweist dabei  auf die ersten Windräder, die zunächst auch verhältnismäßig klein waren  und wenig Leistung hatten. Doch ob das Kraftwerk in Mutriku nun unter  kommerziellen Bedingungen funktioniert, könne jetzt bewiesen werden,  meint Graw.</p>
<div id="attachment_789" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_5x.jpg"><img class="size-medium wp-image-789" title="35149_5x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_5x-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Einwehungsplatte. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>Der baskische Energieversorger hofft, dass 2.000 Betriebsstunden im Jahr  zusammen kommen, in dem das Kraftwerk mit voller Leistung betrieben  werden kann. Der EVE-Direktor José Ignacio Hormaetxe hat bei der  Einweihung der Anlage erklärt, dass mit dem Wellenkraftwerk nicht nur  der Weg für Privatfirmen geebnet, sondern auch der Anteil von  erneuerbaren Energien am Strom-Mix im Baskenland gesteigert werden soll.  Die kommerzielle Anlage wird im Betrieb durch Spezialisten der  baskischen Universität studiert, um die Leistung der Turbinen zu  steigern. Das ist dringend notwendig. Zwar hat EVE keine genauen Zahlen  vorgelegt, räumt aber ein, dass diese Art der Stromerzeugung bisher  sogar noch teurer ist als Strom aus Solarzellen.</p>
<div id="attachment_790" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_4x.jpg"><img class="size-medium wp-image-790" title="35149_4x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_4x-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mole mit Turbinen. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>So verwundert es nicht, wenn Dr. Roland Münch,  Vorsitzender der Geschäftsführung der Voith Hydro, eine &#8220;angemessene  Einspeisevergütungen für Wellenkraft&#8221; fordert. In Spanien, das viele  Milliarden Euro für lange Jahre<a href="http://www.heise.de/tp/blogs/2/148133"> durch stark überhöhte Solarsubventionen gebunden</a> hat, wird Wellenkraft wegen der praktisch <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34643/1.html">leeren Kassen</a> in der tiefen Wirtschaftskrise nicht gefördert.</p>
<p>&#8220;Das Projekt Mutriku zeigt: Unsere Technologie zur  Nutzung der Wellenkraft ist kommerziell einsatzfähig und steht bereit  für den weiteren Einsatz im globalen Markt&#8221;, <a href="http://www.voith.de/press/562183.htm">erklärte</a> Münch. Diese Entwicklung müsse gefördert werden, indem die richtigen  politischen Rahmenbedingungen gesetzt werden, fügte er an. Denn die  Firma spricht von einem gigantischen Potenzial. Das weltweite Potenzial  der Meeresenergien liege bei 1,8 Terawatt und stehe erst am Beginn  seiner weltweiten Erschließung. Münch hebt besonders hervor, dass die  Technologie sowohl in bestehende Wellenbrecher und Hafenmauern als auch  in Neubauten integriert werden kann. Damit ergebe sich eine hohe  wirtschaftlich Synergie bei minimalen Eingriffen in die Umwelt.</p>
<div id="attachment_791" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_6x.jpg"><img class="size-medium wp-image-791" title="35149_6x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_6x-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mole mit Turbinen. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>Doch in Mutriku kann von minimalen Eingriffen in die  Umwelt nicht gesprochen werden. &#8220;Schön ist das nicht&#8221;, meint die junge  Dorfbewohnerin Ainara Lertxundi. Sie zeigt auf den breiten Damm, der  sich nun vor den Hafen schiebt und vielen den freien Blick auf das  geliebte Meer versperrt. Viele im Dorf sehen das Bauwerk aus  verschiedenen Gründen mit gemischten Gefühlen.</p>
<p>Wie die Umweltschutzorganisation Eguzki (Sonne) wandte  sich auch die lokale Initiative Hobetu Leike gegen diesen Damm. Das hat  nichts damit zu tun, dass hier eine neue Energieform genutzt wird und  gleichzeitig die Fischerboote effektiv vor den Wellen geschützt werden.  In dem Fischerdorf sehen das eigentlich alle als eine Notwendigkeit an.  Viele stören sich eher daran, dass gleichzeitig noch ein Sporthafen  geschaffen wird und der kleine Strand verschwunden ist.</p>
<p>Auch <a href="http://eguzkiondarru.wordpress.com/2011/07/09/mutrikuko-itsas-energia-instalazioak-sentipen-kontrajarriak/">Eguzki</a> hält es grundsätzlich für &#8220;positiv&#8221;, bestehende Anlagen zur  Stromproduktion zu nutzen, und schlägt dafür auch Santurtzi, Bermeo,  Orio oder Hondarribia vor, um in den Molen Wellenstrom zu produzieren.  Doch letztlich einem Hafenausbau, wie in Mutriku, einen grünen Anstrich  zu geben, &#8220;ist nicht der richtige Weg&#8221;, kritisiert die  Umweltschutzorganisation. Letztlich wurden nur 2,3 der 6,7 Millionen  Euro für das Kraftwerk ausgegeben. Die Organisation warnt vor einer  Ausbreitung des Modells, wie es sich aus Ankündigung hochrangiger  Politiker ableiten ließe. Mit derlei Bauwerken ließen sich &#8220;hohe  Umweltkosten nicht rechtfertigen&#8221;, die zudem für viele Kontroversen  sorgten.</p>
<div id="attachment_792" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_3x.jpg"><img class="size-medium wp-image-792" title="35149_3x" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/35149_3x-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Hafen Mutriko Mole mit Turbinen im Hintergrund. Bild: Ralf Streck</p></div>
<p>Einen wirklich starken Widerstand gab es in Mutriku  gegen den Damm aber nicht. Im Gespräch mit den Bewohnern scheint sogar  bei Zweiflern und Gegnern ein wenig stolz durch, dass hier vielleicht  Historie geschrieben wird. Denn in einem Dorf wie Mutriku wäre ein  solches Projekt in dieser Region nicht durchsetzbar, wenn es eine klare  Ablehnungsfront gäbe. Das haben spanische Atomkraftwerksbetreiber teuer  lernen müssen. In der Region waren einst drei Atomkraftwerke geplant.  Trotz des massiven Widerstands wurde nur Lemoiz gebaut, das aber nie ans  Netz gegangen ist.</p>
<p>Denn in Mutriku und der Region dominiert die  kämpferische linke baskische Unabhängigkeitsbewegung. Das wird im Dorf  schon dadurch deutlich, dass aus vielen Wohnungen Spruchbänder hängen,  welche die Freiheit der politischen Gefangenen fordern. Den Gemeinderat  dominiert klar die Linkskoalition <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/149892">Bildu</a> (Sammeln), die 8 von 13 Gemeinderäten stellt. Die beiden großen  spanischen Parteien kamen dagegen im Mai gemeinsam nur auf 3,5% der  Stimmen.</p>
<p>Von der Ablehnung der großen Mole hat allerdings eine  unabhängige linksgrüne Liste profitiert, die fast 9% erhalten hat. Statt  des monströsen Damms hat die Liste nach holländischem Vorbild eine  künstliche Insel als Wellenbrecher gefordert.</p>
<p>Source : <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35149/1.html" target="_blank">http://www.heise.de/tp/artikel/35/35149/1.html</a></p>
<p>von : <a title="Weitere Artikel von Ralf Streck" href="http://www.heise.de/tp/autor/ralfstreck/default.html">Ralf Streck</a> in<a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/"> Telepolis</a> &gt;      <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/inhalt/energie/default.html">Energie</a></p>
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		<title>Energiepflanzenanbau &#8211; das Ende der Bienen und der Menschen?</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/07/energiepflanzenanbau-das-ende-der-bienen-und-der-menschen/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 06:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie und Klima-News]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Farming]]></category>
		<category><![CDATA[Biogas]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Brake]]></category>

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		<description><![CDATA[Bestäuber, Wildpflanzen und Nahrungspflanzen gehen verloren <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/07/energiepflanzenanbau-das-ende-der-bienen-und-der-menschen/">Weiderliesen: Energiepflanzenanbau &#8211; das Ende der Bienen und der Menschen?</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geht die Konzentration der Landwirtschaftschaft weiter wie bisher,  droht &#8220;das Land&#8221; zu einer artenarmen, pestizidbelasteten Zone zu werden.  Es klingt absurd: gerade die Städte werden dann die Rolle als  Rückzugsort und Überlebensraum für viele Lebewesen <a rel="external" href="http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/Skript245.pdf">übernehmen</a> müssen. Gerade wurde ein Bericht aus der Uckermark, nordöstlich von  Berlin, veröffentlicht. Eine Wasserprobe* eines Teiches der zwischen mit  Roundup gespritzten Maisfeldern liegt, überstieg die zulässigen  Höchstwerte für Pestizide um 5200 %. Die Region hat als Erbe aus  DDR-Zeiten die Bewirtschaftung von Riesenfeldern erhalten, ideal für den  agroindustriellen Energiepflanzenanbau.</p>
<p>Sybilla Keitel von der Bürgerinitiative <a rel="external" href="http://www.kontraindustrieschwein.de/frame.htm">Kontraindustrieschwein</a> beschreibt die Transformation der letzten Jahre:</p>
<blockquote><p>&#8220;Am Anfang stand die Errichtung zahlreicher Biogasanlagen. Dann  verschwanden auf den Äckern um unser Dorf herum die lokalen Feldfrüchte  Roggen, Weizen, Gerste. Sie wurden ersetzt durch riesige Plantagen mit  Mais, Raps und Hirse. Mit ihnen verschwanden auch die Blühsäume samt  Kornblumen, Mohnblumen, Ackerwinde, Johanniskraut etc. Das Saatgut für  Mais ist rot gebeizt mit einem Gift gegen den Maiswurzelbohrer. Im  zweiten bis vierten Blattstadium wird ein Herbizid flächendeckend  gespritzt. Zudem werden alle Äcker jedes dritte Jahr totgespritzt mit  dem Totalherbizid &#8220;Roundup&#8221; Kein Regenwurm lebt mehr in diesen Äckern  &#8230; Bei Starkregen rutscht der erodierte Boden die Hänge hinab, und mit  dem Wasser alle Pestizide, die sich in hochgradig vergifteten Söllen  sammeln. Tiere trinken daraus, wie z.B. Bienen, Vögel, Frösche und viele  andere. Außerdem sickert langfristig die Brühe ins Grundwasser.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-771" title="Energiepflanzen" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/Energiepflanzen.jpeg" alt="" width="527" height="516" /></p>
<p>Das EU-Umweltbüro weist zudem darauf hin, dass durch den Anbau von  Monokulturen auch die Bestäubung der überlebenden Wildpflanzen durch  Bienen in der Nachbarschaft von Rapsfeldern negativ beeinflusst wird.  Eine <a rel="external" href="http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/early/2011/04/01/rspb.2011.0268.full">Studie</a> der Universität Würzburg, der Georg-August Universität in Göttingen und  des UFZ Helmholtz Centre for Environmental Research in Leipzig stellte  in diesem Zusammenhang fest, dass Bienen die großen Rapsfelder  bevorzugten und die in der Umgebung wachsenden Wildpflanzen  vernachlässigen. Die Studienverfasser warnen deshalb davor, dass der  großflächige Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Biotreibstoffen so  auch indirekt zu einem noch größeren Verlust an Biodiversität führen  wird.</p>
<p>Die intensive Nutzung der Agrarlandschaften führe aber in vielen  Teilen der Welt zu einem Rückgang der Anzahl an Bienen und anderen  bestäubenden Tieren. Vor allem die Europäische Honigbiene gilt als  gefährdet. Sie leidet seit Jahren unter <a rel="external" href="http://www.eu-umweltbuero.at/cgi-bin/neu/cont.pl?contentart=eunews#3026">massiven Verlusten</a>,  die wahrscheinlich auf Krankheiten und den Einsatz von  Schädlingsbekämpfungsmitteln und Fehlernährung zurückgehen. Wildbienen  können nicht an ihre Stelle treten, denn auch deren Anzahl nimmt stark  ab. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass negative Folgen für die  menschliche Gesundheit drohen, wenn die Anzahl bestäubender Tiere weiter  abnimmt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass in der Summe  40 Prozent der durch Pflanzen bereitgestellten, essentiellen Nährstoffe  verloren gehen könnten, wenn die zunehmende Verarmung der Landwirtschaft  und die Ursachen für das Insektensterben weiter bestehen.</p>
<p>Der Frage, welche Auswirkungen das Bienensterben auf eine gesunde  Welternährung haben wird, gingen Wissenschaftler der Leuphana  Universität Lüneburg, der Freien Universität Berlin und den  Universitäten Berkeley und San Francisco nach. Sie <a rel="external" href="http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0021363">weisen</a> darauf hin, dass Kulturpflanzen mit dem höchsten Anteil an Fetten und  Vitaminen A, C und E sowie einem hohen Anteil an Calcium, Fluorid und  Eisen besonders von der Bestäubung durch Tiere profitieren. Entstehen  Bestäubungsdefizite, wirke sich das unmittelbar auf die Qualität der <a rel="external" href="http://idw-online.de/pages/de/news429715">menschlichen Ernährung</a> aus.</p>
<p>Source : <a href="http://www.heise.de/tp/Energiepflanzenanbau-das-Ende-der-Bienen-und-der-Menschen--/blogs/2/150102" target="_blank">http://www.heise.de/tp/Energiepflanzenanbau-das-Ende-der-Bienen-und-der-Menschen&#8211;/blogs/2/150102</a></p>
<p>Von : <a title="Weitere Artikel von Matthias Brake" href="http://www.heise.de/tp/autor/matthiasbrake/default.html">Matthias Brake</a> in <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/">Telepolis</a> &gt;    <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/news/enews">Energie und Klima-News</a></p>
<div class='wp_fbs_bottom'></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kleinwindanlagen in der Stadt</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/07/kleinwindanlagen-in-der-stadt/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 09:52:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie und Klima-News]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Brake]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Guerillataktik zu mehr Akzeptanz <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/07/kleinwindanlagen-in-der-stadt/">Weiderliesen: Kleinwindanlagen in der Stadt</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussion um die Zukunft der Windenergie erweckt bei uns den  Eindruck, dass es immer nur eine Richtung geben kann: höher und größer.  Begriffe wie Repowering, Offshore, Netzausbau dominieren die Diskussion.  Ganz anders Länder wie Irland, wo sich begünstigt durch dezentrale  Siedlungsstrukturen und viel <a rel="external" href="http://www.met.ie/climate-ireland/wind.asp">Wind</a> Kleinwindanlagen bereits <a rel="external" href="http://www.elementaryenergy.ie/wind-turbines.html">fest etabliert</a> haben und für viele Hausbesitzer so normal sind wie bei uns  Solarpaneele auf dem Dach. Dazu kommt bei uns, dass große Windkraftwerke  in Städten wegen fehlender Abstandsflächen wenig Chancen auf eine  Baugenehmigung haben. Andererseits lockt das Windpotential über den  Dächern der Stadt.</p>
<p>In Berlin wurde deshalb an der Hochschule für Technik und Wirtschaft  ein Forschungsprojekt gestartet, das das Potenzial von Kleinwindanlagen  ausloten soll. In Berlin-Spandau wurden Ende Juni zwei weitere   Kleinwindanlagen des Projekts in Betrieb genommen. Vor allem geht es  darum zu ermitteln, welcher Energieertrag von Kleinwindanlagen in  Städten zu erwarten ist. Parameter wie Strömungsverhältnisse,  Leistungsvermögen, Schallemissionen sollen ebenso untersucht werden wie  Fragen der Statik und wirtschaftliche und genehmigungsrechtliche  Rahmenbedingungen für eine möglichst breite Anwendung von  Kleinwindanlagen im städtischen Raum.</p>
<p>Im Juni hat sich auch der Bundesverband Kleinwindanlagen, ein  Zusammenschluss von rund 90 Herstellern, gegründet. Dessen Vorsitzender  Siebo Smit bezeichnet die Gründung als Reaktion auf den &#8220;hohen  Leidensdruck&#8221;, den die Kleinwindanlagenbauer innerhalb der Windbranche  haben. Man habe sich deshalb dagegen entschieden, lediglich als eine  Arbeitsgruppe innerhalb des  Bundesverband Windenergie (BWE) zu  arbeiten. Speziell in Deutschland gebe es noch keine Marktöffnung, man  wolle deshalb als kleine flexible Einheit in &#8220;Guerilla-Taktik&#8221; mehr  Akzeptanz erreichen.</p>
<p>Drei große <a rel="external" href="http://joule.agrarheute.com/standort-potenzial">Vorhaben</a> hat sich der neue Verband vorgenommen: Das erste Ziel ist, dass Anlagen  überhaupt aufgestellt werden dürfen. Im Moment geht jedes Bundesland  anders damit um, ein bundesweit einheitliches Verfahren, das  Kleinwindanlagenbetriebern in spe eine zeitnahe Entscheidung und damit  Rechtssicherheit gibt, fehlt bisher. Das zweite Ziel ist die Einführung  von Qualitätsstandards und eines einheitlichen Prüfsystems für  Hersteller. Außerdem soll die &#8220;Kleinwind-Technik&#8221; bei der nächsten  Novellierung des EEG mit aufgenommen werden.</p>
<div id="attachment_759" class="wp-caption aligncenter" style="width: 675px"><img class="size-full wp-image-759" title="Windanlagen" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/07/1.jpeg" alt="" width="665" height="148" /><p class="wp-caption-text">Kleinwindanlagen in Berlin: Reinckendorfer Straße , OSZ Lise Meitner, Ufa-Fabrik mit Vergleichsinstallation zum Erproben von Schlitzrotoren</p></div>
<p>Source : <a href="http://www.heise.de/tp/Kleinwindanlagen-in-der-Stadt--/blogs/2/150090" target="_blank">http://www.heise.de/tp/Kleinwindanlagen-in-der-Stadt&#8211;/blogs/2/150090</a></p>
<p>Von : <a title="Weitere Artikel von Matthias Brake" href="http://www.heise.de/tp/autor/matthiasbrake/default.html">Matthias Brake</a> in <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/">Telepolis</a> &gt;    <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/news/enews">Energie und Klima-News</a></p>
<div class='wp_fbs_bottom'></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Onshore, Offshore oder gleich unter Wasser?</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/06/onshore-offshore-oder-gleich-unter-wasser/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 15:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energie und Klima-News]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Brake]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.daisymupp.net/?p=745</guid>
		<description><![CDATA[Windkraft bekommt Konkurrenz durch Meereskraftwerke <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/06/onshore-offshore-oder-gleich-unter-wasser/">Weiderliesen: Onshore, Offshore oder gleich unter Wasser?</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen Diskussion um die letzten Modalitären für das neue EEG  plädiert der Bundesverband WindEnergie (BWE) für eine Rückbesinnung auf  die Windkraft an Land und kritisiert eine Bevorzugung der großen  Energiekonzerne und eine Fokussierung auf die Offshore-Windparks der  Energiekonzerne. Die Bundesregierung denke immer noch in der alten  Kraftwerkslandschaft, <a rel="external" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&amp;dig=2011%2F06%2F24%2Fa0082&amp;cHash=822d480fc0">kritisiert</a> der BWE-Präsident Hermann Albers.</p>
<p>Der BWE bezieht sich auf eine <a rel="external" href="http://www.eeg-aktuell.de/2011/04/fraunhofer-iwes-studie-zum-potenzial-der-onshore-windenergie/">Untersuchung</a> des IWES-Fraunhofer-Instituts, wonach &#8211; wenn man alle  Naturschutzgebiete, Wälder und siedlungsnahen Bereiche ausklammert &#8211; 8  Prozent der Fläche Deutschlands als Standort für Windkraft geeignet  seien. Bereits auf 2 Prozent der Landesfläche könnten 390 TWh Windstrom  erzeugt werden &#8211; zum Vergleich: der Bruttostromverbrauch in Deutschland  liegt jährlich bei rund 600 TWh. Die Offshore-Windkraft habe dagegen nur  ein Potenzial von 100 TWh.</p>
<div id="attachment_746" class="wp-caption alignright" style="width: 291px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/06/Offshore.jpeg"><img class="size-medium wp-image-746" title="Periodische-Meereströmungen in der Nordsee. " src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/06/Offshore-281x300.jpg" alt="" width="281" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie</p></div>
<p>Aber auch die Offshore-Energiegewinnung entwickelt sich weiter und  zwar auch bei der Nutzung der Meeresenergie. Zwei neue Kraftwerkstypen  sind bereits im Einsatz und werden derzeit ausgebaut: Meeresströmungs-  und Wellenkraftkraftwerke. Siemens ist letztes Jahr beim 1,2 MW  Meeresströmungskraftwerk <a rel="external" href="http://www.cleanthinking.de/cleantech-lexikon/seagen-kraftwerk/">SeaGen</a> in der irischen See eingestiegen und beteiligt sich jetzt am Bau einer 8  MW Anlage vor der schottischen Küste. Nachteil der Protypen sind noch  ihre hohen Kosten, sie liegen laut Siemens noch doppelt so hoch wie  Offshore-Windkraftanlagen. Allerdings werde dieser Nachteil durch die  sehr viel höhere Energiedichte der Meereströmungen ausgeglichen.</p>
<p>Das Potenzial liegt laut Internationaler Energie Agentur bei weltweit  800 TWh Strom aus Meereströmungen. Allerdings sind  Meeresströmungskraftwerke aus Wartungsgründen derzeit noch auf geringe  Wassertiefen beschränkt. Die Rotoren sind typischerweise an Säulen  montiert, die im Boden verankert sind. An diesen Säulen können die  Rotoren für die Revision über die Wasseroberfläche gefahren werden.</p>
<p>Wellenkraftwerke in Form von &#8220;Pelamis&#8221; sind dagegen perspektivisch  auch für Anlagen auf offener See geeignet, denn sie können über Seile  auch in großen Meerestiefen festgemacht werden. Pelamis bestehen aus  Röhrensegmenten, die gelenkig miteinander verbunden sind. Die  Wellenbewegung treibt dabei Hydraulikpumpen für die Stromerzeugen an.  Seit letztem Oktober testet E.ON einen 1 MW Pelamis-Prototyp in der  schottischen See. Er ist 180 m lang und hat 4 m Durchmesser. Zur Wartung  können solche Pelamis einfach in den Hafen geschleppt werden. Bis 2015  soll der bestehende <a rel="external" href="http://www.pelamiswave.com/news">Pelamis Offshore Park</a> auf zwölf Anlagen erweitert werden. Projektleiter Amaan Lafayette geht  davon aus, dass auch die Pelami-Technik in den kommenden Jahren  günstiger wird und um das Jahr 2020 die Serienfertigung starten kann.</p>
<p>Source : <a href="http://www.heise.de/tp/Onshore-Offshore-oder-gleich-unter-Wasser--/blogs/2/150042" target="_blank">http://www.heise.de/tp/Onshore-Offshore-oder-gleich-unter-Wasser&#8211;/blogs/2/150042</a></p>
<p>Von : <a title="Weitere Artikel von Matthias Brake" href="http://www.heise.de/tp/autor/matthiasbrake/default.html">Matthias Brake</a> in<a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/"> Telepolis</a> &gt;    <a rel="v:url" href="http://www.heise.de/tp/news/enews">Energie und Klima-News</a></p>
<p>Photosource :</p>
<div id="attachment_747" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/06/TidalStream_Tidal_Farm_Pic.jpg"><img class="size-medium wp-image-747" title="TidalStream_Tidal_Farm_Pic" src="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2011/06/TidalStream_Tidal_Farm_Pic-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">By Self (www.tidalstream.co.uk) - Creativecommons CC-BY-SA-3.0</p></div>
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		<item>
		<title>Urban farming expands onto school grounds</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/04/urban-farming-expands-onto-school-grounds/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 09:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cycling]]></category>
		<category><![CDATA[Farming]]></category>
		<category><![CDATA[Springwise]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Community-supported agriculture is not an unfamiliar concept for  regular Springwise readers, nor are the often-associated add-ons of  bicycle-based produce delivery and compost services. Canadian Fresh Roots Urban Farm offers all of these; what sets it apart, however, is a series of  partnerships it&#8217;s formed with local schools in the Vancouver area to  <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/04/urban-farming-expands-onto-school-grounds/">Weiderliesen: Urban farming expands onto school grounds</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Community-supported agriculture is not an unfamiliar concept for  regular Springwise readers, nor are the often-associated add-ons of  bicycle-based produce delivery and compost services. Canadian <a href="http://freshroots.ca/">Fresh Roots Urban Farm</a> offers all of these; what sets it apart, however, is a series of  partnerships it&#8217;s formed with local schools in the Vancouver area to  create urban farms on school land.</p>
<p><span id="more-610"></span>Fresh Roots produces and distributes organically grown food through a  community-supported agriculture (CSA) program as well as pocket markets  and restaurant sales in the Vancouver area. Much of the produce for  that program is grown by local urban farmers and in participating  neighborhood gardens, but of particular interest are the organization&#8217;s  new partnerships with local schools to use school land. At Queen  Alexandra Elementary, for example, the relationship began last year when  the Vancouver School Board bought a share from Fresh Roots&#8217; CSA for its  cafeteria salad bar program. Since then, however, the partnership has  expanded to include a model urban farm on school land, thereby adding to  Fresh Roots&#8217; production capabilities while creating an outdoor,  hands-on, experiential classroom for the school community. Similar  partnerships have since been forged with two other local schools, and  Fresh Roots invites the participation of others as well.</p>
<p>Urban farming and CSA offer countless benefits in their own right for  community nutrition and sustainability, but the addition of educational  and nutritional benefits for schoolkids makes for a stellar win indeed.  Green-minded entrepreneurs: one to emulate! (Related: <a href="http://www.springwise.com/food_beverage/eggzy/">Helping home chicken farmers manage &amp; share their eggs</a> — <a href="http://www.springwise.com/food_beverage/veloveggies/">More bicycle-delivered farm produce, now in Minnesota</a> — <a href="http://www.springwise.com/eco_sustainability/youngurbanfarmers/">Now in Toronto, more homegrown veggies without the work</a>.)</p>
<p>Website: <a href="http://freshroots.ca/">www.freshroots.ca</a><br />
Contact: <a href="mailto:info@freshroots.ca">info@freshroots.ca</a></p>
<p>Spotted by: Magda Dominik</p>
<p>Source : <a href="http://www.springwise.com/eco_sustainability/freshroots/" target="_blank">Springwise</a></p>
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		<title>Erneuerbare Energien brauchen erneuerbare Regierungen</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2011/04/erneuerbare-energien-brauchen-erneuerbare-regierungen/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 15:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Telepolis]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Elections]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Alt]]></category>

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		<description><![CDATA[Du sollst den Kern nicht spalten! Offener Brief an Angela Merkel von Franz Alt. <p><a href="http://www.daisymupp.net/2011/04/erneuerbare-energien-brauchen-erneuerbare-regierungen/">Weiderliesen: Erneuerbare Energien brauchen erneuerbare Regierungen</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Angela Merkel, viele konservative Politiker sagen jetzt, &#8220;Japan&#8221; sei schuld am  Wahlausgang in Baden-Württemberg. Die Wahrheit ist, dass längere  Laufzeiten für deutsche AKW nicht in Japan, sondern in Berlin  beschlossen wurden. Realisten haben schon immer mit dem atomaren  Restrisiko rechnen müssen, das wir jetzt auf so grauenvolle Weise  erleben.</p>
<p>2004 – Sie waren Oppositionsführerin im Bundestag – diskutierten wir beide über Atomenergie. Wir stimmten darin überein, dass ein GAU oder Super-GAU nur selten vorkomme, aber dann das Leben von Millionen Menschen gefährdet sei. Einen Sechser im Lotto gibt es auch nur in der Relation 1: 137 Millionen mal. Aber es gibt ihn bekanntlich fast in jeder Woche, weil sich viele beteiligen. Das heißt: Je mehr AKW laufen, desto sicherer wird ein GAU oder Super-GAU. Ihr Parteifreund Günther Oettinger hat jetzt gesagt: &#8220;Japan war undenkbar.&#8221; Dann hat der EU-Kommissar eben nicht genug gedacht! Frank Schirrmacher in der FAZ: &#8220;Selbst die sichersten Atomkraftwerke der Welt sind nicht sicher.&#8221; Das ist jetzt wohl sicher.</p>
<p>2007 war ich zusammen mit Hermann Scheer &#8211; dem Träger des Alternativen Nobelpreises, Vater des Erneuerbaren-Energien-Gesetztes und erfolgreichsten Solarpolitikers der Welt – bei Ihnen im Kanzleramt. Scheer bat Sie, sich zu engagieren für eine Internationale Agentur für Erneuerbare Energien. Das taten Sie und brachten schon 2009 143 Regierungen dazu, die IRENA (International Renewable Energy Agency) zu gründen. Das ist Ihre große internationale Leistung für die Erneuerbaren. Der Sozialdemokraft Hermann Scheer und ich waren beeindruckt von Ihrer Tatkraft für die nachhaltigen Ökoenergien. Dafür bin ich Ihnen immer dankbar.</p>
<p>2009 haben Ihnen die Verbände der Erneuerbaren Energien eine Studie überreicht, die aufzeigt, dass Deutschland bis 2020 bereits 47 % seines Stroms ökologisch erzeugen kann. Ihre überraschende Reaktion: &#8220;Aus meiner Zeit als Umweltministerin weiß ich, dass ihre Prognosen nicht nur immer eingetroffen sind, sondern übertroffen wurden.&#8221; Selbst Greenpeace und die Grünen haben das schnelle Wachstum der Ökoenergien lange unterschätzt, weil sie nicht an die gesellschaftliche Dynamik neuer zukunftsfähiger Technologien glauben wollten. Die großen Energieversorger überschätzten in derselben Weise ihre fossil-atomaren alten Energieträger. Warum aber haben Sie, liebe Angela Merkel, die es besser wusste, längere Laufzeiten für AKW gewollt? Warum nur?</p>
<p>Warum wurde unter Ihrer und Helmut Kohls Führung die Partei mit dem hohen C so dogmatisch atomgläubig? Ich bin wegen der Atompolitik der CDU 1988 aus der Partei ausgetreten, weil ich als Christ und Humanist das atomare Glücksspiel nach Tschernobyl vor meinem Gewissen nicht mehr verantworten konnte. Tschernobyl wurde mein Damaskus.</p>
<h3>Atomenergie ist keine Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren, sondern eine Barriere</h3>
<p>Was also jetzt tun? Lassen Sie sich jetzt wieder von Hermann Scheer inspirieren. Er hat uns kurz vor seinem Tod im vergangenen Herbst mit seinem Buch &#8220;Der energethische Imperativ – 100% jetzt – Wie der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien zu realisieren ist&#8221; ein kostbares politisches Vermächtnis hinterlassen. Er zeigt darin, dass und wie Deutschland und Europa bis 2030 komplett auf Erneuerbare umsteigen können – ganz konkret und praktisch und unwiderlegbar. Die ethische Frage ist spätestens durch Tschernobyl und durch Scheers Buch beantwortet: Atomtechnik ist ein Anschlag auf die Schöpfung. Atomenergie ist keine Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren, sondern eine Barriere. Schon heute müssen an manchen Tagen Windräder und Solaranlagen abgeschaltet werden, weil die Netze den vielen Strom nicht mehr aufnehmen können.</p>
<p>Der Philosoph Günther Anders hat schon am Beginn des Atomzeitalters gesagt: &#8220;Was alle treffen kann, betrifft alle.&#8221; Unser Problem ist, dass wir uns oft nicht mehr vorstellen, was wir mit heutigen Großtechnologien anstellen. Millionen Menschen sehen jedoch die Atomenergie jetzt als das, was sie schon immer war: als schöpfungswidrig. Nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima müssen wir ein 11. Gebot lernen: Du sollst den Kern nicht spalten! Die politische und die wissenschaftliche Klasse dürfen nicht länger glauben, dass wir jede Großtechnologie fest im Griff haben. Im Zweifel hat diese uns im Griff.</p>
<p>Die alten religiösen Fragen bekommen im Atomzeitalter eine ganz neue Dimension. Religiös sein heißt heute, die Heiligkeit des Lebens und der Schöpfungsordnung achten. Die Erhaltung des Lebens ist eine urkonservative Aufgabe nachdem wir am Abgrund der selbstgebastelten atomaren Hölle ratlos und hilflos angelangt sind wie uns die Fernsehbilder aus Japan seit Wochen beweisen. Wann je haben wir ausgerechnet &#8220;Experten&#8221; so inkompetent und so hilflos gesehen wie in diesen Tagen! Die Angst von Millionen Menschen zeigt aber, dass unsere Instinkte gegenüber realen Gefahren noch funktionieren. Angst vor der Atomgefahr ist keine Feigheit, sondern funktionierender Überlebensinstinkt, der auch in Wahlen zum Ausdruck kommt.</p>
<p>Machbarkeit ist kein Gott, sondern ein Götze! Atomtechnik, Schnelle Brüter, Wiederaufarbeitungsanlagen sind keine &#8220;Spitzentechnologien&#8221;, sondern Todesfallen. Jedes außer Kontrolle geratene AKW ist eine potentielle Atombombe. Plutonium ist in jeder Dosis schädlich. Es hat eine physikalische Halbwertzeit von 24.000 Jahren. Dagegen ist die Halbwertzeit des menschlichen Gedächtnisses sehr kurz. Wie soll solche &#8220;Spitzentechnologie&#8221; je verantwortbar sein? Dieser Machbarkeitswahn ist schlicht Größenwahn! Christlich gesprochen: Eine Gotteslästerung!</p>
<p>Mit dem Chef der Aufräumarbeiten in Tschernobyl, dem Atomphysiker Professor Wladimir Tschernousenko, war ich befreundet. Er war über Jahrzehnte ein glühender Anhänger der Atomenergie. Der Super-GAU aber hat auch ihn verstrahlt und zum Atomgegner werden lassen. In einem Fernsehinterview habe ich ihn gefragt, wie sicher die deutschen AKW seien. Er hatte sie alle besucht. Sein Antwort: &#8221; Sie sind sicherer als die russischen. Das aber heißt, dass sie etwas später explodieren werden.&#8221; Wir könnten wissen, dass es nie sichere AKW gab, nicht gibt und niemals geben wird.</p>
<h3>Man kann ein Problem nicht dadurch lösen, dass man ein anderes schafft</h3>
<p>AKW sind auch keine Antwort auf den Klimawandel. Man kann ein Problem nicht dadurch lösen, dass man ein anderes schafft. Der strahlende Atommüll belastet tausend Generationen nach uns.</p>
<p>Die erneuerbaren Energien sind weitgehend ungefährlich, bei massenhafter Produktion der Technik auch preiswert und den Stoff gibt es umsonst. Sonne, Wind und Wasser schicken keine Rechnung. Es sind Geschenke des Himmels. Diese umweltfreundlichen Rohstoffe stehen für alle Zeit zur Verfügung. Eine Solaranlage ist in drei Tagen, ein Windrad in drei Wochen und eine Biogasanlage in drei Monaten errichtet. Worauf warten wir denn noch?</p>
<p>Millionen Dächer stehen allein in Deutschland noch immer umsonst in der Gegend herum. Und wir holen teures Öl aus Arabien, Gas aus Sibirien und Uran aus Australien für jährlich etwa 80 Milliarden Euro hierher. Moderne Energieversorgung kann wesentlich intelligenter, preiswerter und umweltfreundlicher mit heimischer Energie organisiert werden. Allein die Sonne schickt uns theoretisch 15.000mal mehr Energie auf diese Erde, als alle Menschen zurzeit verbrauchen. Der Wind 308mal mehr und die Wellen- und Strömungsenergie 76mal mehr. Hinzu kommen die Wasserkraft, die Bioenergie und die Geothermie. Es fehlt nicht an erneuerbarer Energie, aber die Zeit wird im Angesicht des Klimawandels immer knapper.</p>
<p>Die Deutschen haben nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb von etwa 10 Jahren das von der ganzen Welt bestaunte Wirtschaftwunder geschafft. Und innerhalb von 20 Jahren soll heute der Umstieg auf 100 % Erneuerbare nicht möglich sein? Diese Behauptung ist eine Beleidigung jedes deutschen Ingenieurs. Deutsche Techniker sind bereits Technologieführer bei Sonnenenergie, Windkraft und Biogas-Anlagen.</p>
<p>Richtig ist, dass wir noch Netze, Speicher und Leitungen brauchen. Das schafft Arbeit und Arbeitsplätze in Zukunftstechnologien. Pumpspeicher-Kraftwerke, Druckluftspeicher-Kraftwerke, Kombi-Kraftwerke mit Biogasanlagen, Windrädern und Solaranlagen, solar erzeugter Wasserstoff, die Kombination von Wasserkraft und Windparks, aber auch zehntausende Elektro-Autos, die miteinander vernetzt sind und Kraft-Wärme-Kopplung &#8211; so heißen die Speichertechnologien von morgen. An vielen Orten wird an effizienteren Batterien geforscht. Und Bioenergie, Wasserkraft, Wellenenergie und Erdwärme sind von Natur aus gespeichert und speicherbar. Schon 2012, sagt Deutschlands größter Solarkonzern Solarworld, ist Solarstrom in jedem Keller über eine Batterie speicherbar. Die Lösungen sind bekannt.</p>
<h3>Von der Atomkanzlerin zur Solarkanzlerin</h3>
<p>Wir können heute ein ökologisches Wirtschaftswunder mit Millionen neuen, zukunftsfähigen Arbeitsplätzen organisieren. Die Probleme einer dauerhaften fossil-atomaren Energieversorgung sind hingegen grundsätzlich nicht lösbar. Schon deshalb, weil die alten Rohstoffe allesamt zu Ende gehen.</p>
<p>Eine dezentrale Energiestruktur, getragen von vielen neuen Stadtwerken, Millionen Hausbesitzern, hunderttausenden Mittelständlern, Handwerkern und Bauern braucht weniger Leitungen als die heutigen zentralen Strukturen. Windräder auch im Süden sind preiswerter als lange Leitungen für Windstrom von Nord nach Süd. Wir müssen im Süden nur 20 Meter höher mit den Windmühlen und haben dann Windverhältnisse wie an der Küste. Gestalten Sie, Frau Merkel, die Energiewende nach dem Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre, also von unten nach oben. Dies wäre beste CDU-Tradition.</p>
<p>Bis 2017, so hat das Bundesumweltamt ausgerechnet, können in Deutschland alle AKW abgeschaltet werden. Das Motto Ihrer ersten Regierungserklärung, liebe Angela Merkel, hieß: &#8220;Mehr Freiheit wagen.&#8221; Also, machen Sie jetzt eine Energiepolitik nach dem schönen Motto &#8220;Bürger &#8211; zu Sonne, zur Freiheit&#8221;. Erneuerbare Energien brauchen allerdings erneuerbare Regierungen.</p>
<p>Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Die Kernspaltung wurde hierzulande entdeckt. Von einer Frau (Lise Meitner), einer Physikerin, in Berlin! Leider waren Sie im letzten halben Jahr Atomkanzlerin. Aber jetzt haben Sie die wohl einmalige Chance zur Solarkanzlerin zu werden. Eine Frau, eine Physikerin, in Berlin! Das ist die Chance Ihrer jetzigen Krise.</p>
<p>Sonnige Grüße</p>
<p>Ihr Franz Alt</p>
<p>Erschienen bei <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34477/1.html" target="_blank">Telepolis</a> am 4.4.2011</p>
<p>Der bekannte Journalist und erfolgreiche Autor <a href="http://www.franzalt.de/" target="_blank">Franz Alt</a>, der 1988 aus  der CDU ausgetreten ist, weil die Partei nach der Katstrophe von  Tschernobyl an der Atomenergie festhielt,  tritt seit langer Zeit für  die Energiewende ein und berichtet darüber auf seiner Webseite <a href="http://www.sonnenseite.com/">Sonnenseite</a>.  Bekannt und einflussreich wurde der bekennende Christ Franz Alt während  seiner Tätigkeit als Leiter des politischen Magazins Report  (1972-1992). Ab 1992 leitete er im SWR die Redaktion Zeitsprung, ab 1997  das Magazin &#8220;Quer-Denker&#8221; in 3SAT und bis 2003 das Magazin Grenzenlos  ebenfalls in 3SAT. Seitdem schreibt er Gastkommentare und  Hintergrundberichte in zahlreichen Zeitungen, betreibt seine Webseite,  hält Vorträge und schrieb zahlreiche Bücher, darunter zuletzt  &#8220;Krieg um  Öl oder Frieden durch die Sonne (2002), &#8220;Wege zur ökologischen  Zeitenwende&#8221; (mit Rudolf Bahro und Marko Ferst, 2002), &#8220;Eine bessere  Welt ist möglich&#8221; (mit Rosi Gollmann und Rupert Neudeck, 2005), &#8220;Sonnige  Aussichten. Wie Klimaschutz zum Gewinn für alle wird&#8221; (2008) und  zuletzt &#8220;Gute Geschäfte. &#8211; Humane Marktwirtschaft als Ausweg aus der  Krise (2009).</p>
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		<title>WWF-Einkaufsratgeber Fische &amp; Meeresfrüchte 2010 / 2011</title>
		<link>http://www.daisymupp.net/2010/11/wwf-einkaufsratgeber-fische-meeresfruchte-2010-2011/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 09:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daisymupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[WWF]]></category>
		<category><![CDATA[Ecologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Fische und andere Meeresfrüchte sind beliebte und  gesunde Bestandteile unseres Speiseplans. Dementsprechend groß sind der  Konsum und die wirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweigs  Fischerei. Doch die langjährige Übernutzung der einst so fischreichen  Meere hat dazu geführt, dass mittlerweile achtzig Prozent der  Fischbestände weltweit von Überfischung bedroht sind.   Bedroht sind  <p><a href="http://www.daisymupp.net/2010/11/wwf-einkaufsratgeber-fische-meeresfruchte-2010-2011/">Weiderliesen: WWF-Einkaufsratgeber Fische &#038; Meeresfrüchte 2010 / 2011</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fische und andere Meeresfrüchte sind beliebte und  gesunde Bestandteile unseres Speiseplans. Dementsprechend groß sind der  Konsum und die wirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweigs  Fischerei. Doch die langjährige Übernutzung der einst so fischreichen  Meere hat dazu geführt, dass mittlerweile achtzig Prozent der  Fischbestände weltweit von Überfischung bedroht sind.   <span id="more-363"></span>Bedroht sind  aber nicht nur die Fischbestände &#8211; Haie, Seevögel, Meeresschildkröten,  Delfine und Wale, verenden als sogenannter Beifang, der vierzig Prozent  des Fangs ausmacht, in den Netzen.</p>
<p>Einerseits liegt der Schutz der Fischbestände  natürlich in den Händen der Politik, welche die Fangquoten festlegen,  doch liegen diese im Durchschnitt 38 Prozent über den Empfehlungen der  wissenschaftlichen Experten. Andererseits können Verbraucher über  verändertes Verhalten Einfluss auf die Fischereiwirtschaft nehmen, denn  auch für diese gilt: Die Nachfrage regelt das Angebot.</p>
<p>Doch da Sie als Verbraucher diese Information in der  Regel nicht erhalten, finden sie hier eine für Verbraucher taugliche  Version des Einkaufsratgebers, mit welcher Sie Ihr Konsumverhalten  bewusst anpassen und so aktiv zum Meeresschutz beitragen können.</p>
<div>
<p>Entscheiden Sie sich mit Hilfe des WWF-Fischratgebers für Fischprodukte aus der Kategorie <strong>&#8220;Gute Wahl&#8221;</strong> und helfen Sie so, die Meere und Fischbestände zu schonen.</p>
<p>Neben der empfohlenen Kategorie &#8220;Gute Wahl&#8221; finden Sie im Fischratgeber die Kategorien &#8220;Zweite Wahl&#8221; und &#8220;Lieber nicht&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.wwf.de/themen/meere-kuesten/fischerei-und-fischzucht/jeder-kann-handeln/neu-fischratgeber/alle-arten/" target="_blank">Hier finden Sie die Liste Online</a> und <a href="http://www.daisymupp.net/wp-content/uploads/2010/11/101008_Fischratgeber_2010_WEB.pdf" target="_blank">hier als PDF</a></p>
</div>
<div class='wp_fbs_bottom'></div>]]></content:encoded>
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